Phnom Penh City: warten auf das Laos-Visa

 

Phnom Penh ist aetzend. Kein bisschen besser als Bangkok, eher sogar schlimmer. Das NationalMuseum ist nur ne ansammlung von alter Statuen (hab ich schon erwaehnt, dass ich davon echt genug hab? ;-)) und relativ garkeinem Informationsgehalt ueber die Geschichte. Es beschraenkt sich eigentlich im wesentlichen auf einen zweizeiligen Hinweis unter jeder Satue, der einem sagt was und von wann es ist. Keine Bedeutung, keine Hintergruende. „Buddhafigur, Angkor-Aera“ mehr Info gibts nicht.

Aus akuter Langeweile habe ich dann die viel gelobte „Art street“ aufgesucht. Laut LonelyPlanet gibts da tolle Bilder…
Naja, eine tolle Gallerie mit wahnsinnigen Preisen fuer diese Region habe ich gefunden. Der Rest ist tausendmal das gleiche AngkorWat-Bild-in-Billigkopie. Definitiv keine Moeglichkeit, langeweile zu vertreiben.
Aus noch mehr langeweile habe ich dann einen Secondhand bookshop aufgesucht und bin ueber „Die Privatisierung der Weltpolitik, Entstaatlichung und Kommerzialisierung im Globalisierungsprozess“ gestolpert. Klang anders, klang spannend und klang endlich mal wieder nach geistiger Herausforderung. Danach habe ich mir noch ne englische Ausgabe einer Kambodschanischen Tageszeitung gekauft, die sowohl regionale als auch jede Menge internationale Nachrichten bietet. (So langsam macht sich echte Langeweile breit, „hanging around and seeing places makes sometimes really lazy and sad“ faellt mir da mal wieder ein. Mir fehlt ne Aufgabe, ne Herausforderung, etwas Forderndes. Ausserdem fuehl ich mich langsam als wuerde ich mich um irgendwelche sozialen Verpflichtungen druecken, kuemmere mich nicht um das Weltgeschehen und interessiere mich nur fuer „hanging around and seeing places“. Ich kanns noch nicht genau definieren, aber ich denke der Ansatz ist schonmal ganz richtig)
Im anschluss habe ich dann ein Cafe gesucht, indem ich nicht ueber Biertrinkende Backpacker stolpere (ist echt ne Plage… zu jeder Uhrzeit) und bin in nem total verrueckten franzoesischem Cafe gelandet. Klassische Musik, bequeme Sessel die vermutlich nicht kambodschanischen Ursprungs sind, die Gaeste waren nur zwei Herren ueber 40, der Sprache nach Franzosen und ein local mit Zigarre, der auf ner Couch rumgammelt. Dazu ein Baarkeeper, fuenf Bedienungen im „kleinen Schwarzen“ und den leckersten Kaffe, den ich bisher in Asien gefunden habe. War nicht ganz guenstig (mit 3,10USD fuer nen grossen Cappuchino echt heftig fuer ein kambodschanisches Cafe); es war allerdings ne noetige Flucht vor den TuktukFahrern, vor dem Asiatischen Strassenwahnsinn, vor den schimmligen Guesthouses, von den ewigen aus Stahlblech gepresstem Besteck (ich glaub es kann sich keiner vorstellen, wie begeistert ich da ueber einen ECHTEN Loeffel zum umruehren war =D), vor den mobilen Buecherverkaufern und den gut genaehrten Bettelkindern. Es hat gut getan, durch ne kleine Hecke mal nen Tag von der Aussenwelt abgeschottet verrueckte Buecher und Kambodschanische Tageszeitungen bei lecker Kaffe und lustigen Cocktails (habe nicht gedacht dass sich Milch, Pfefferminz, Lemongras und Fruchtsaft zu was leckerem kombinieren laesst =D) zu lesen, einfach mal so zur Abwechslung.

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Ich werde jetzt mal noch ein wenig den Blick von meiner Guesthouseterasse geniessen, wohl das einzig positive an der Location, und hoffen dass ich morgen um 6am ausm Bett komm, um 6:45 gehts los nach Laos. =)

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