„dont be so open minded – else your brain falls out“

 

… habe ich heute so eins zu eins auf einem T-Shirt in Kolkata gelesen. Ob das gramatikalisch nun so richtig richtig ist, stel ich mal einfach in Frage, weiss es aber nicht. Den Inhalt der Aussage uebrigens auch =) Trotzdem musste ich lachen, und irgendwie ist es mir im Kopf geblieben.

Ein weiterer Tag in Kolkata. Hauptsaechlich auf der Strasse, Leute beobachten. Gefaellt mir besser, als die Versuche moeglichst unbeelligt in Tempel zu kommen oder Maerktezu besuchen. Nachteil davon: der Muskelkater in den Beinen. Der Vorteil: Jede Menge Smalltalk, viel gesehen, das is in keinen Tempeln gibt und eine schoene Zeit im Freien gehabt. Trotzdem, es ist gut dass ich aus Kolkata wieder abreise. Es ist einfach genug, und ab morgen waers doch irgendwie fast langweilig. Dann muesste ich Museen anschauen oder Kolonial-Architektur oder Tempel. Auf alles keine Lust gerade.

 

Mal so nebenbei, meine Kolkata-Top-3:
OLYMPUS DIGITAL CAMERA3) Die Einweg-Teetassen. Anfangs dachte ich, die ganzen Leute am Strassenrand trinken Ihren Chai aus Tongefaessen, die weder lasiert noch sonderlich gt in Form sind, die danach gespuelt und wieder verwendet werden. Irgendwie ein komischer Gedanke, ist auch nicht ganz so. Zumindest werden die nict gespuelt =) Je nach Typ des Teetrinkers werden die in eine Ecke gepfeffert dass sie zerbrechen und sich irgendwann festtreten, oder in einen Sammel-Behaelter geworfen. Wo und wann diegesammelten Taesschen sich dann festtreten… konnte ich nicht herausfinden =)

2) Der Bahnhof. Ich war ja von Mumbai schon ueberwaeltigt. Kalkota hat aber den ersten mir bekannten Bahnhof, in dem die Wartehalle so riessig ist, dass in der Mitte eine Strasse hindurchfuehrt. Richtige Strasse. fuer Autos und Jeeps und so. 16 Gleise hat der bahnhof im „old complex“ und besagte Wartehalle mit Strasse. Wenn man auf der Fussgaengerbruecke zum neuen Komplex unterwegs ist, ueberquert man nochmal etliche zusaetzliche Nur-Fracht-Zug-Gleise, unzaehlige Lagerhallen, und riesige Stapel Pakete, Berge aus Saecken und Koerben und hunderte herumwuselnde Inder. Manchmal stinkts nach Muell, manchmal nach altem Fisch. Wenn man das alles ueberquert hat, kommt man in den „new complex“, der ist schnuckelig kleinund ueberschaubar. 10 Gleise, und etwa so gross wie der Stuttgarter Hauptbahnhof =) Irgendwo habe ich glesesen, dass Kolkata fuer die meisten made-in-India-Waren das Tor zur elt ist. Der Bahnhof passt auf jeden fall dazu =)

OLYMPUS DIGITAL CAMERA1) Die Rikschas… „Rickschafahrer“ ist da falsch, aber gibt es das Wort „Rikschalaeufer“? Ich weiss nicht, wie man die nennt. Es sind meist aeltere Herren, die sich vor eine Art kleiner Kutsche klemmen und bis zu zwei Fahrgaeste mit Gepaeck ziehen, manchmal auch mit Kind obendrauf. In der rechten Hand ne grosse Glocke, ansonsten die „Deichseln“ (?) fest umklammernt rennen die meist barfuessigen (1) wie irre durch die Strassen und kaempfen sich einen Weg durch den fliessenden Verkehr. Ach, Bremsen gibts natuerlich keine. Einfach absolut irre…

Ich habe neulich auch gelesen, in NeuDheli wurden Fahrradrikschas wegen Verletzung der menschenwuerde verboten. Klar st das nur ein Vorwand gewesen, aber noch ein viel vorwaendigerer Vorwand, wenn man diese Rikschas in Kolkata gesehen hat =)

Oh, ich habe heute gegen meinen Vorsatz verstossen. Meinen Prizipiellen „ich esse nur auf der Strasse oder was ich auf dem Markt kaufe. Im schimmsten Fall ein einfaches lokales Restaurant, aber in keinen Touristenrestaurants oder sonst irgend etwas anderem unlokalem“. Gut, ich war beim gueldenen M. Zur Verteidigung: Schonmal darueber nachgedacht, was es in Indien, wo es einfach kein Rindfleisch gibt in den Fastfoodketten zu essen gibt? Mal definitiv keinen BigMac. Ich wollte es herausfinden. Und habe es herausgefunden. Spannend. Hat sich gelohnt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAHabe ich eigentlich neulich eine Lobeshymne auf Inder in Bezug auf Interesse an meinem Reisepass gesungen? Ich revidiere. Goaner sind so. Kolkataner spinnen. (Mumbainesen auch, hab mir da aber noch nicht viel dabei gedacht..) Fuers Internetcafe braucht man nen Passport. Die Nummer, der Name und das aktuelle Guesthouse mit Raumnummer erden in eine Liste eingetragen. Dann wird der Passport fotografiert. Dann werd ich fotografiert. Und dann darf ich endlich meine Mails lesen.. Die spinnen. Einchecken im Hotel wurde uebrigens auch noch nirgens so genau genommen wie hier. Voriges Hotel, Adresse daheim, Visadaten, Passdaten, zwei unterschriften, naechstes Ziel, Einreiseort nach Indien. All das muss man abgeben, bevor man uebernachten darf. Selbst die Burmesen nahmens nicht ganz so genaus, dabei sind die prinzipiell viel paranoider…

 

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