Howrah, der Horror.

 

Ich habe heute kein Hotel fuer tagsueber gebucht. Ich war erstaunlich ausgeschlafen und hatte somit kein Bedarf an einem schlechten GuestHouse-Bett. also habe ich vom Sealdah-Bahnhof (wo ich morgens mit tatsaechlich nur einer Stunde Verspaetung abgekommen bin) ein Taxi zum Howrah-Bahnhof (der klitzekleine, an dem ich schonmal war) genommen und dort meinen Rucksack einem netten, abermbuerokratisch korrektem und sehr sorgfaeltigen Gepaeck-Onkel anvertraut. Auch der wollte alles verpackt und verschlossen. Mein Gepaeck steckt also seit gestern Vormittag in einem wasserdichten Seesack (natuerlich schliess ich mein Zeug im Zug darin ein und verkette das ganze Konstrukt an dicken Stahlstreben, wenn ich schon in der billigsten Liegeklasse unterwegs bin. Sicher ist sicher), mitsamt der gebrauchten und teilweise leicht feuchten Kleidung aus Sikkim. Das wird morgen beim auspacken sicher sehr lecker… Mein Plan ist daher, mal ein paar Tage in Bodhgaya zu bleiben. Eben mindestens so lange, bis alles getrocknet und gewaschen ist.
Ich komm vom Thema ab. eigentlich wollte ich darauf raus, dass ich demnach heute keine Dusche gesehen habe und einen kompletten Tag in Kolkata verbracht habe. als ich um 17Uhr ein Thermometer entdeckt habe, hat das 36,8Grad vermeldet. Die sonne geht hier irgendwann zwischen 18Uhr und 19Uhr unter. 17Uhr ist im allgemeinen „schon lange wieder angenehm“. Kurzum: ich war/bin dreckig, habe schwarze Fuesse und stinke =(
Ich habe aus purer Not schon gehofft, dass der Howrah-Bahnhof Ekelduschen hat. Hater aber nich. Alles was ich erreichen konnte, war eine Katzenwaesche aus der Trinkwasserflasche am Waschbecken eines Ekel^3-Klos. Ich wollte es ja nicht anders.
Achja, in Thailand gibts Ekelduschen im Zug. Aber da gibts ja auch Bettzeug und Vorhaenge. Aaaaber: Indien ist eben mal nicht Thailand. Manchmal leider. Meistens ist es aber schon gut so =)

Oh, Taxi… Hier begegnet mir immer wieder der gleiche Trick: man suche ein Taxi von A nach B. Man finde eines und einige sich nach zaehen Verhandlungen auf einen Preis, beispielsweise 100Rupees. An Punkt B angekommen weiss das der Fahrer aber nimmer, bzw. Er will es nicht mehr wissen. Da sind es dann auf einmal 150. Zum Glueck sind die dann aber selten allzu hartnaeckig, und zum Glueck habe ich mir schon in Thailand angewohnt ERST den Rucksack in aller Ruhe zu schultern, in Ruhe komplett festzuzurren und erst wenn alles aus dem Taxi raus ist zu bezahlen. Meine grundsaetzliche Vorsicht bei sowas… wie auch immer, kommt mir hier zugute: Passend bezahlen, das was ausgemacht war. Die beschwerde ueberhoeren dass da 50Rupees fehlen und einfach verschwinden. Hilft, aber nervt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIn Kalkutta an sich gibts nicht viel neues =D
Bin diesesmal Faehre gefahren, mit 4Rupees unschlagbar guenstig und ziemlich spannend. Mit ungefaehr gleichviel Bewegungsfreiheit wie in Mumbais S-Bahnen, aber immerhin der billigste Weg in die City. Den Rest kann man dann laufen =)

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWas ganz putziges, das ist mir das letzte mal hier garnicht so richtig aufgefallen… Indische Fussgaenger sind an sich die todesmutigsten, die ich bisher gesehen habe. Sobald irgendwo ne Luecke im Verkehr zu erkennen ist rennen die los, egal ob rot oder gruen. Die Indischen Autofahrer wiederum scheren sich garnicht um Fussgaenger. Es wird gehupt, aber nicht gebremst. Wenns gar nicht anders geht, weicht der Autofahrer aus. Aber nur soweit, dass er mit dem Seitenspiegel im 5cm-Abstand um den Fussgaenger herumkommt. Jedenfalls muss sich wohl irgendjemand ueberlegt haben, dass man dem Fussgaengern ins Gewissen reden sollte. Im wahrsten Sinne des Wortes. Also haben Fussgaengerampeln an den grossen Kreuzungen teilweise Lautsprecher: „please do not cross the road until the pendestrian sign goes green. Remember – someone is waiting for you at home!“ ertoent da in Hindi, Bengali (?) und englisch wenn die Fussgaengerampel rot ist. Immer und immer wieder. Und wenn die Ampel dass gruen wird, spielt der Lautsprecher „fuer Elise“ in mechanischer Spieluhr-Qualitaet. Sehr amuesant! Gefaehrlich wirds, wenn man bei gruen auf die Strasse geht und die Musik aufhoert. Circa zwei Sekunden bleiben nun, zum anderen Strassenende zu hetzen, denn dann kommt die wartende Blechlawine angerollt, und halten tut die nicht, das ist sicher. Sicherer ist da tatsaechlich bei rot ueber die Ampel zu gehen wenn die Strasse gerade mal kurz leer ist, denn „someone is waiting for you at home!“ =)

 

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