Basel. Fasnacht. Freude!

 

Nachdem ich gestern freundlicherweise zuhause noch per Auto an den Bahnhof gebracht wurde und dann auch tatsächlich dort im Zug noch meine Verabredung getroffen habe, dachte ich eigentlich alles müsse gut werden. Wars estmal auch: wir sind super in Friedrichshafen angekommen, haben noch lecker gegessen und beschlossen den länger dauernden, späten Zug nach Basel zu nehmen. Der Plan war, in den round about fünf Stunden (mit ca. 50min Zischenhalt in Offenburg) noch etwas zu schlafen.

Jepp, Mooooment. Genau. Wenn man nun ne Landkarte anschaut, und darauf ne Linie zwischen Friedrichshafen und Basel denkt, hat Offenbach mal so ziemlich garnichts damit am Hut. Zumindest solange nicht, wie die liebe Bahn das Gleis hinter Radolfzell nicht sperrt. Macht die das aber, fährt man ab Radolfzell (was noch auf der offiziellen Strecke liegt) einen rieeeesigen Umweg nach Offenburg, um dann über Freiburg nach Basel zu eiern. Klingt irre, aber es ist nunmahl die deutsche Bahn…

However, das klitzekleine Detail auf der Verbindungsliste, das sich da in nem Hinweis „ICE“ auf der Fahrplanauskunft finden liess, wurde von uns bis kurz vor Offenburg gekonnt übersehen =) ICE fahren mit Badenwürttemberg-Ticket ist eben mal nicht. Für nen ICE von Offenburg nach Basel nochmal 34 Euros pro Nase zu bezahlen hielten wir auch für keine gute Idee.

Man sagt aber auch nicht umsonst, dass die Dummen das Glück gepachtet haben: Es gab einen Basler-Morgenstraich-Sonderzug, der um Punkt 1Uhr in Offenbach vorbeikam. Das bedeutete nur die klitzekleine Wartezeit von knapp zwei Stunden in ner Offenburger Schluckerkneipe in Bahnhofsnähe. Warum auch nicht?

okay, ich bin gegen 04:30pm zuhause los, und bin doch tatsächlich schon gegen 02:30am in Basel angekommen. DAS muss erstmal jemand nachmachen ;)

Die Basler Fasbacht beginnt dann pünktlich morgens um vier Uhr: der Strom geht aus, alles ist dunkel und ganz viele Trommler und Querflöter trommeln und querflöten mit Kostümen mit Masken und Laternen obendrauf in Gruppen quer durch die Stadt. Ne gemeinsame Laufrichtung oder so gibts nicht. Jede Gruppe läuft quasi so, wie sie es cool findet. Manchmal auch ganz gern da lang, wo eigentlich vor fünf Minuten noch Publikum stand, das inzwischen schonwieder ausweicht weil noch ne andere Gruppe (offiziell Clique genannt) von hinten durch die Menschenmenge will.

Jede dieser Cliquen hat irgendwo in der Innenstadt noch nen „Keller“, also so ne art provisorische Kneipe, die die Nacht durch dann geöffnet hat. Man kann sich also wunderbar die Zeit vertreiben, während die Trommler und Querflöter die Nacht durchtrommeln und duchflötern.

Wenn man bis 02:00pm durchhält, dann gibts noch nen lustigen Umzug, der diesesmal recht geregelt läuft, auch wenn er sich stellenweise dreispurig den Weg durchs Publikum bahnt. Viel Konfetti, viele Orangen(!) und viele Zuschauer. So alles in allem ein durchaus gelungener Anfang für nen kleinen Urlaub =)

Inzwischen sitz ich im badischen Bahnhof Basel, mein komplettes Gepäck liegt noch verschlossen in zwei Schliessfächern auf deutscher Hälfte hinter der Zollkontrollstelle und ich kämpfe mit den immer wieder zufallenden Augen. Grob zweieinhalb Stunden noch, bis mein Zug vom anderen (SBB) Bahnhof abfährt.

Ich glaube ich sollte mein Gepäck mal abholen, per Zug in die Schweiz exportieren und in der Region des anderen Bahnhofes noch was zu essen suchen. =)

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