ein kleines Stueck Russland in Basel.

 

Gestern Abend, Bahnhof Basel SBB: Ich sitze an Gleis drei, habe mir gerade den Bauch nochmal so richtigrichtig heiss und fettig vollgehauen, hoffe nicht einzuschlafen und warte auf den Zug. Die Sonne scheint mir sogar durch die Dachkonstruktion ein wenig ins Gesicht, und ich darf am Bahnhof im sitzen noch eine Abschieds-Zigarette rauchen. Verdammt mьde bin ich, und freu mich auf mein Bettchen, in das ich gleich fallen kann. Es war durchaus eine schцne Situation =)

51616_originalKurz nach sechs ist dann auch ein Zug eingerollt, der mich echt überrascht hat: Gross, neu, weiss, „DB City Nightliner“ stand drauf und hat echt protzig ausgesehen. Kaum angekommen macht ne Horde Stewardessen im Bahn-Kostьm die Tьren auf und ich konnte mein Glьck kaum fassen. Das sah alles viel zu luxuriцs aus, fьr das was ich erwartet hatte.

Naja, ich habe meine Zugfahrkarte aus der Tasche gekramt und mich auf die Suche nach Wagen Nr „265“ gemacht. Ich fing ganz vorne am Zug an und konnte an den Tьren lesen: „Wagen 198, nach: Koppenhagen“… „Wagen 197, nach: Koppenhagen“… „Wagen 196, nach: Koppenhagen“… ich hatte schon kurzfristig die Vermutung der Zug könnte der falsche sein, obwohl mir die Anzeigetafel am Gleis mit „Moskau“ eigentlich recht gegeben hдtte. Kurz nachdem ich gezweifelt hatte, und ich bei „Wagen 194, nach: Kopehnagen“ angekommen war, konnte ich ganz hintem am Zug etwas enrkennen: ein rot-blauer Wagen, der irgendwie nicht zu den weissen Nightliner-Wagen passen wollte, so ein kleines Anhängsel hintendran aus einer anderen Welt.

51953_originalDieses rot-blaue Wägelchen hatte nicht nur eine Aufschrift mit der richtigen Wagennummer, sondern auch einen Zugbegleiter im dunkelblauen Jacket mit russischen Farben und Schriftzeichen am Arm, der am Eingang die sage und schreibe zwei anderen (vermutlich) russischen Gäste und mich empfing. Ich habe den Eindruck nicht losbekommen, den armen Mann ein klitzeklein wenig verstцrt zu haben. Es mag daran liegen, dass eine Kommunikation ausserhalb des einfachden gestikulieren nicht mцglich ist, deutsch und englisch kann er nicht, alles andere ich nicht. Vielleicht hat er mich auch so entgeistert angesehen, weil ich allein bin. Das soll ja auch das ein- oder andere mal bei Leuten fьr Verwirrung sorgen ;)

Wie auch immer, er liess mich eingsteigen und hat mir zu verstehen gegeben, dass ich in Abteil 3 einziehen soll. Das Abteil ist recht einfach: n kleines Rдumchen mit drei Sitzplätzen, ner Gepäckablage, vier Kleiderhaken und n Wandschrank mit Licht, Spiegel, nem Trinkglas, ner Vase/Karaffe und ner RasierapparateSteckdose drin. In der Ecke steht ein kleines Tischchen, von dem man den Deckel hochklappen kann und dann ein kleines Waschbecken aus Edelstahl darunter findet.

Ganz putzig eigentlich alles, und -wenn man dem Thermometer an der Wand in meinem Abteil glauben kann- mit knapp 30Grad auch mal echt kuschelig warm =)

Bislang habe ich sogar das Glück, dieses Abteil komplett fьr mich alleine zu haben. Gefällt mir sehr gut.
52157_originalBis Frankfurt habe ich mich dann tatsächlich noch mit Bett beziehen (man bekommt zwar frisch gewaschene Bettwäsche, beziehen muss man aber doch selber) und telefonieren wach gehalten. Noch n deutsches Netz zu haben will ja ausgenutzt werden =)

Irgendwann, es war zwar technisch betrachtet draussen schon hell, ich bezeichne es jetzt aber trotzdem mal als „mitten in der Nacht“, habe ich vor meinem Fenster ein Schild „Berlin Ostbahnhof“ wargenommen. Als ich dann gegen 9am aufgewacht bin, war ich ьberrascht nur noch polnische Schilder zu finden. Das ging mal echt verdammt schnell, find ich.

Schlafen im Zug war mal wieder superschön, auch wenn das jetzt schwer nachvollziehbar sein könnte =) Ich lag ziemlich bequem, konnte mich in alle Richtungen ausstrecken und bei schön leisem und monotonem brummeln liess ich mich dann wortwörtlich in den Schlaf schaukeln. Herrlich!

 

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