the transsiberian adventure, part III

 

Der wievielte Tag im Zug heute auch immer sein mag, es ist definitiv der letzte komplette. Morgen bin ich definitiv in Ulan Bator.
Die zu kurzen Tage habe ich inzwischen wohl irgendwie zu handeln gelernt, so ein wenig zumindest. Gestern Abend bin ich etwa zwei Stunden nachdem es dunkel wurde schlafen gegangen, und kurz vor es hell wurde wieder aufgewacht. Man muss sich nur nicht umtheoretische Uhrzeiten kuemmern, glaub ich. Dann funktioniert das alles viel besser. Dadurch dass ich echt frueh wach war, konnte ich heute morgen vom Zugfenster einen wunderbaren Ausblick ueber den zugefrohrenen Lake Baikal werfen, waehrend die Sonne so ganz langsam hinter den Bergen aufging. Ich habe mich mit ner Tasse Tee in den Flur gesetzt und mir die ziemlich kalte Szenerie mit ganz viel Ruhe (der Zug hat im wesentlichen noch geschlafen) aus dem warmen Zug heraus angesehen. Hatte etwas ziemlich entspannendes.
Der Rest des Tages, nachdem so langsam alle aus ihren Kojen gekrochen waren und die Morgentoilette am einzigen kleinen Waschbecken mit eisekaltem Wasser im Klo durchgestanden hatten, gings wieder ueber zum ganz normalen Tagesverlauf: lecker Tuetensuppe von der wir nun wirklich alle genug haben zum Fruehstueck, ein klein wenig lesen, den chinesischen Zugbegleitern neidische beim kochen zusehen, manche liessen es sich nicht nehmen zum dritten mal mit den Steckdosen im Zug kaempfen (vielleicht ist heute ja irgendwas anders als gestern und es funktioniert zufaellig doch, den mp3-Player oder das Laptop zu laden), allgemeines schlafen und nichtstun, Tee trinken und Aepfel und Nudelsuppe essen. Heute gab es nicht mal einen wesentlichen Stopp, bei dem man sich irgendwie frisches Brot oder Kaese oder so kaufen koennen haette. Als hingen wir abends hungrig ueber der Nudelsuppe, hatten aber trotzdem irgendwie keinen Appetit und dachten immernoch ziemlich neidisch insgeheim an den lecker duftenden Topfinhalt vom chinesischen Zugbegleiter…
Ein wenig abwechslungsreicher wurde es dann am Abend. Wir hatten endlich die Grenze zur Mongolei erreicht. Zuerst war „auschecken“ aus Russland angesagt. Ich bin kurz im Kopf durchgegeangen, wer aus unserem Waggon zwischendurch ueberlegt hatte, spontan doch nochmal in Russland einen Zwischenstopp einzulegen. Ob es nun am eisekalten Wetter draussen lag, an fehlendem Mut oder ob doch einfach nur eine gewisse Panik vor der langen Zugfahrt nachgelassen hat weiss ich nicht. Es haben jedenfalls alle ganz geduldig von Moskau bis hier hier her durchgestanden.
Kurz nachdem wir angehalten hatten, kam ne horde russischer Grenzbeamter in den Zug gestuermt und hat erstmal alle Paesse eingesammelt und ist damit verschwunden. Danach passierte relativ lange nichts, bis der Zugbegleiter uns einen Stapel Papier brachte. Formulare fuer die Mongolei. Eine ArrivalCard in englisch was ja durchaus zu handeln war, aber das doppelseitig bedruckgte Stueck A5-Papier mit kyrisllisxhen Buchstaben war ziemlich… Nichtssagend fuer uns. Wir haben es dann, mit ein wenig spicken und Hilfe, irgendwie ausgefuellt und einfach mal unterschrieben, wird schon n Kaufvertrag fuer nen Esel gewesen sein oder so. Direkt danach gings dann wieder rund im Zug: die Schwedinnen waren weg, und die Zugtueren alle zu und verschlossen, waehrend jetzt der russische Zoll mit Hunden, nach blinden Passagieren und Handelswaren suchenden Soldaten sowie einem lustigen Interview-Onkel durch den Zug wanderte: „Do you have drugs or music intruments with you? No? Ok, have a nice trip!“
Warum ausgerechnet nur Drogen und Musikinstrumente interessant waren hat irgendwie keiner verstanden. Man muss ja auch nicht alles verstehen. Zwichenzeitlich waren dann irgendwie sogar die zwei Schwedinnen wieder aufgetaucht. Wo auch immer die genau draussen waren, irgendwann haben die sich zwecks Bewegung an der frischen Luft aus dem Zug gestohlen. Strange.
Nach nur drei vollen Stunden (!) hatten wir den russischen Zollspass dann hinter uns und konnten mit den frisch gestempelten Paessen dann eine gute halbe Stunde gen mongolischer Zollstation fahren. Same, same. Naja, zumindest beinahe. Paesse einsammeln, ein Formular (diesmal in englisch) fuer den Zoll ausfuellen und eines fuer die Gesundheitsbehoerde. Nein, natuerlich habe ich kein Schnupfen. Und ich huste auch nicht. Und nein, ich habe die letzten sieben Tage auch zu niemandem Konakt gehabt, auf den das zutreffen wuerde =) Wie sich herausstellte, hat sich auch garniemand fuer unser kunstvoll in zweifacher Ausfertigung ausgefuelltes, kyrillisches Formular ineteressiert. Der Zugbegleiter hat das sicherlich nur zum persoenlichen Vergnuegen und zur Beschaeftigung der europaeischen Touristen verteilt. Nochmal nach blinden Passagieren und Handelswaren suchen. Und warten. Spannend wurde dann nochmal die Action im Zug: ein Schrank von Mongole in Uniform und einer in schwarzer Lederjacke, die gerade die Paesse ausgeteilt haben, diskutieren mit der Frau aus der Ukraine (die, von der wir urspruenglich faelschlicherweise dachten, sie waere Russin. Mit dem Adidas-Trainingsanzug, ganz alleine im Abteil) und ein irgendwo mitten in Russland zugestiegener Mongole um die zwanzig uebersetzt zwischendrin freundlicherweise fleissig fuer die drei. Nach einer weile musste die arme Frau aus der Ukraine dann aussteigen. Zuerst ohne Gepaeck und mit ihrem freiwilligen Dollmetscher, kurze Zeit spaeter hat sie dann noch ihr Gepaeck holen duerfen und wir sind ohne sie weitergefahren. Was genau die Ursache war ist reine Spkulation. Tatsache ist jedoch wohl, dass so manche Ukrainer illegal in der Mongolei Arbeit suchen.

Wir sind jetzt kurz hinter der Grenze, die Mongolei ist bisher hauptsaechlich… Dunlel. Ich bin gespannt auf morgen, um 6:30am in lokaler Zeit muss ich aussteigen. Das koennte spannend werden =)

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