Pause

 

Es ist definitiv an der Zeit, ein wenig auszuruhen. Das zumindest habe ich beschlossen, als ich mich heute morgen um halb zehn nochmal umgedreht und weitergeschlafen habe, so lange bis die Putzfrauen beinahe die Tuer eingetreten haetten um mich wach zu bekommen. Ich haette nicht nur fuer eine Nacht buchen sollen, dann haetten die nicht geglaubt ich wuerde die 12Uhr-Checkout-Grenze verschlafen und haetten mich also auch nicht geweckt. Aber gut, Pause heisst auch nicht durchschlafen, also bin ich halb verschlafen an die Rezeption, habe nochmal 48 yuang auf den Tresen gelegt und hatte ab da meine Ruhe.
Waesche waschen waere ne super Idee und dringend faellig, aber was macht man wenn man mal wieder in einem Chinesen-Hotel gelandet ist, das in der Regel wohl keine Backpacker und Langnasen sieht? Mal ganz abgesehen von dem Sprachproblem (warum eigentlich gibts in meinem Guidebook sogar eine Uebersetzung fuer „stoert es Sie, wenn ich hier stille?“, aber nichts was auch nur ansatzweise Waesche waschen betrifft?) urlauben Chinesen in aller Regel so kurz und mit so viel Gepaeck, dass unterwegs Waesche waschen nicht unbedingt noetig ist. Also nochmal an die Rezeption, am T-Shirt zupfen und beide zu Faeusten geballte Haende mit den Handballen aneinanderreiben. Super, dass ich waesche waschen will hat die Rezeptionsfrau direkt verstanden, denn sie zaubert aus Ihrem Tresen eine Packung Waschmittel hervor. Ich fuehlte mich beinahe am Ziel. Jetzt ist nur noch die Frage, ob es eine Waschmaschine oder so gibt, und ob die fuer mich waschen koennen. Ich sollte mehr Pantomime ueben, denn die Geschichte konnte ich offensichtlich nicht allzu gut vermitteln. Kurz dachte ich, ich waere erfolgreich gewesen, denn die Frau nimmt das Waschpulver in die Hand und moechte, dass ich ihr folge. Im dritten Stock unterhaelt sie sich kurz mit einer der Putzfrauen, welche darauf hin irgendwas durch den Flur bruellt, und gibt mir zu verstehen ich solle schon mal nach oben vor gehen. Im fuenften Stock habe ich dann bei offener Zimmertuer schonmal meine Wasche zusammenkramt, als mir dann ein kleines Maedchen nen riesengrossen Eimer vorbeibringt. Mist. Das sieht mal ganz und garnicht nach Waescheservice aus, wenn man Waschpulver und Eimer bekommt. Gut, selbst ist der Mann, Wasser im Wasserkocher (der irgendwie Standard in chinesischen Hotels auf jedem Zimmer ist, Instantnudelsuppe laesst mal wieder gruessen, ganz im Gegensatz zu wirklich warmem Wasser aus dem Wasserhahn) heiss machen, Waesche im Eimer Waschen. Draussen regenets sowieso, also was soll ich sonst auch tun? Meine Waesche durfte ich dann immerhin auf der ueberdachten Dachterasse (tolles Wort =) ) aufhaengen. Dierekt neben der Waschmaschine. Die Wege der Chinesen sind manchmal unergruendlich…

85337_originalDer Rest des Tages war ziemlich ordentlich unspektakulaer. Nanning bietet nichts wirklich direkt touristisch interessantes (wie sagt mein Guidebook das mal wieder so nett: „Despite having few sights, the leafy provincial capital of Nanning gets good reviews from travellers as an ideal base to leave or enter from Vietnam“), scheint soweit aber ein nettes Staedtchen zu sein. Es gibt alles was ich so brauche: Guenstiges Essen in Strassenbuden, billige Unterkuenfte und ein paar gruene Parks. Die Leute in Nanning sind ziemliche im-Park-herumhaenger, da hab ich mich einfach dazu gesellt und mich quasi in der Menge versteckt. Hier merke ich mal wieder eine richtige Veraenderung, meine letzte Zugfahrt war doch etwas weiter. Von „knapp neben Taiwan“ bis „kurz vor Vietnam“ ist eine Strecke, auf der mal wieder richtig auffaellt dass die Leute andere Gesichter haben, nochmal etwas kleiner sind, viel gelassener wirken und die Stadt ein wenig anders „funktioniert“ als die letzten. Ich kenne Vietnam (noch) nicht, aber ich wage zu behaupten dass man regelrecht merkt, dass es nicht mehr weit hin ist. However, ich habe beschlossen dass ich hier gut und gerne fure die verbleibenden fuenf Tage China bleiben kann. Nochmal mit dem Zug irgendwohin zu hetzen macht irgendwie wenig Sinn. Also ist ein wenig ausruhen und erholen in dem „leafy provincial capital“ angesagt, bevors direkt nach Hanoi geht.
Hallo Nanning, ich bin der neue und bleib jetzt ein wenig =).

Achja, noch so ne klitzekleine Kleinigkeit am Rande: Seit Beijing habe ich keinen nennenswerten facebook-Zugang mehr gefunden… Wenigstens Livejournal funktioniert (wenn auch ziemlich unstabil…) meistens und ich kann euch zumindest auf dem Laufenden halten, wenn ich schon auf keine facebook-Nachricht antworten kann. Donnerstag, so der Plan, bin ich aus China raus und in Hanoi. Ich glaub die Vietnamesen haben das bessere Internet =D

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