eine ziemlich schraege patchwork-family auf Zeit on tour in Phnom Penh.

 

Manche Leute sind einfach Fruehaufsteher, waehrend andere eher spaet zu Bett gehen und gerne lange schlafen. Normalerweise gehoere ich eher zu zweiteren, aber heute habe ich mich tatsaechlich dazu hinreisen lassen schon gegen sieben gen Boeng Kak Lake aufzubrechen. Die Gegend, in der ich vor zwei Jahren in einem Haus auf dem Wasser gewohnt habe, die Gegend die ich so gehasst habe und nicht zuletzt die Gegend, in der es Angebote fuer alle nur erdenklichen Drogen auf offener Strasse und allgegenwaertige und extrem unangenehme Transportdienstleister gab. Den Weg zu finden war erstaunlich einfach. Manchmal ueberasche ich mich tatsaechlich selbst: Central Market – Railway Station – vorbei am Phnom Penh Hotel – links in die Seitenstrasse und bei der Moschee nochmal links. Es ging so ueberraschend einfach und selbstverstaendlich wie wenn ich erst letzte Woche dort gewesen bin. Dort angekommen habe ich aber kaum noch etwas gefunden, das mich an die Gegend von vor zwei Jahren erinnert. Die meisten Shops sind verlassen und verriegelt, etliche Hauser sind bis auf die Grundmauern niedergerissen. Nur manch vereinzelte und hartnaeckige halten sich noch hier: Shops, Guesthouses, Transportdienstleister und der ein oder andere hart gesottene Tourie. Im allgemeinen wirkt es aber eher wie eine kleine Gruppe Nostalgiker, denn der eigentliche Flair dieser Ecke scheint schon laenger weg zu sein: von dem See ist kaum noch etwas ueber. Gefuehlte zwei drittel von der Wasserflaeche die ich damals gesehen habe sind inzwischen mit Sand (und vermutlich viel Muell) aufgefuellt. Die billigen Unterkuenfte, Terassen und Restaurants auf Pfaehlen im Wasser sind alle weg, lediglich der ein- oder andere Pfahl ragt noch ueber die Wasseroberflaeche, und man kann so grob erahnen, dass hier tatsaechlich mal etwas gestanden haben muss. Ich habe sogar das Schild meines damaligen Guesthouses am Strassenrand wiederentdeckt: „Green Lake Guesthouse“. Ein kleines Dejavouz-Erlebniss, aber ausser dem Schild war nichts anderes mehr auffindbar. Alles weg, alles abgerissen. Die Welt in Kambodscha hat sich definitiv weiterbewegt. Meine Erinnerungen an die weniger schoene Zeit hier sind zwar noch da, aber irgendwie ist mein negatives Denken ueber Kambodscha genau wie diese Gegend so gut wie verschwunden. Es ist ruhiger geworden dort, vermutlich die Ruhe vor dem Sturm, bzw. dem endgueltigen Abriss.

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Die naechste Station: Central Market. Aus der hektischen Baustelle rund um den Market ist eine wunderbare, neue Strasse geworden. Ich bin mir nicht voellig sicher, aber ich habe das gefuehl selbst die Markthalle hat ne kleine Renovation, zumindest aber nen neuen Anstrich bekommen und wirkt heute regelrecht freundlich und im Vergleich zu Vietnam regelrecht beruhigend auf mich.
Die Souvenier-Strasse in der Naehe des Palastes ist dafuer noch die selbe. Selbst den Laden mit dem Typen dem ich damals ein Bild mit einer skizzierten Kambodschanerin fuer mein Wohnzimmer fuer zuhause abgekauft habe, ist noch dort wo er frueher war. Seine Preise hat er allerdings erhoeht. Mein erstes Bild von ihm hat noch 5 Dollar gekostet, die Gesellschaft die es nun bekommen wird lag nach harten Verhandlungen bei neun. Okay, soll wohl so sein.

Das Cafe, in dem ich entnervt von Kambodscha beinahe einen ganzen Tag ueber einem Buch zur Weltwirtschaft verbracht habe existiert auch noch. Die Gegend drum herum hat sich allerdings geaentert, offensichtlich hat sich der Tourismus vom Boeng Kak Lake mehr oder weniger hierher verlagert, und Gesellschaft von zwielichtigen Bars mit den eingaengigen Namen „69 Bar“, „Pussy Cats“, „Dream Bar“ oder „Meeting Point (wobei das o ein rotes Herzchen ist)“ bekommen. Mich erinnert dieses dubiose Angebot sogar ein wenig an Ho Chi Minh City, selbst den Park nebendran gibt es in Form der Uferpromenade. Zwei Jahre. Zwei lange Jahre in Phnom Penh wie es scheint.

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Jessica hat wohl am Vormittag eine obdachlose Frau, offensichtlich alleine mit ihren drei Jungs zwischen Kleinkind und zehn Jahren kennengelernt. Ein Zufall, in der Naehe des Old Markets. Was sie mir erzaehlt hat ziemlich nette und lustige Jungs, mit denen Sie eine ganze Weile am Vormittag gespielt hat.
Als wir nach einer allgemeinen Mittagshitzenpause im Hotel, bei der wir uns zufaellig wieder ueber den Weg gelaufen sind nach-wo-auch-immer-ich-weiss-es-noch-nicht-mal-mehr aufbrechen wollten, sind wir John, dem mit fuenf Jahren mittleren der drei Bruedern ueber den Weg gelaufen. Er ist in seiner ueblichen Kleidung, eine verratzte kurze Hose die vermutlich mal hellbeige war und billigen Plastiksandalen, mit zwei Freunden um die Haeuser gezogen und konnte sein Glueck kaum fassen, diese nette Langnasenfrau wiederzusehen. Auch seine zwei Kumpels (beide miteinander in aehnlichem Zustand wie John selbst, allerdings einer davon sogar ohne Schuhe) waren die erste Minute etwas skeptisch, aber dann foermlich begeistert von den neuen Freunden von John und wollten unbedingt beim lustigen Haendestapel-Spiel mitspielen. So kam ich ploetzlich zu drei Kambodschnischen kleinen Freunden, denen irgendwie nicht in den Sinn kam, uns alleine weiterziehen zu lassen. Als wir langsam weitergingen, haben sich gerecht durchwechselnde kleine Kinderhaende an einzelnen Fingern der Haende der Langnasen festgehlaten und sind und froehlich und vor lauter Freude laut lachend an die Uferpromenade gefolgt. Als wir uns am Flussufer auf eine kleine Mauer gesetzt haben, wurde Jessica zum Haendespielexperten erkoren, waerend ich das lebende Klettergeruest darstellte. Die Kids waren superhappy ueber die Aufmerksamkeit, die exotischen Freunde und die banalen und leicht verstaendlichen Spielchen die die Fremden so drauf hatten. Nach ein paar Minuten hat sich noch ein kleines Maedchen schuechtern um uns herumgeschlichen. Sie kannte wohl die drei Jungs und lebt mit ihnen irgendwo auf der Strasse um den Old Market herum, traut sich aber nicht so recht an uns heran. Es dauert noch ganze fuenf Minuten bis sie sich uebrwindet und einfach anfaengt mitzuspielen. Ich schaetze sie ist elf oder zoelf, ist unterwegs in einer langen Hose die ihr eigentlich viel zu kurz ist und deswegen kurzerhand mit einem Rueschchenstoff um zehn Zentimeter an den Beinen verlaengert wurde. Lange Hosen findet sie aber wohl offensichtlich wenig toll, und so ist sie fortlaufend damit beschaeftigt die Beine wieder nach oben zu krempeln. Schuhe besitzt sie keine, aber im Gegensatz zu den Jungs ein ihr viel zu grosses Maennerhemd, das ihr fast bis an die Knie reicht. Ausserdem spricht sie ein paar Worte englisch, was sehr hilfreich ist. Man sieht den Kids genau an wo sie leben, aber uns stoert das gerade nicht. Es sind vier glueckliche und lachende Kids, die wohl gerade das Higlight der Woche erleben und nur so vor Stolz und Freude strotzen. Es macht schon die reinste Freude, ihnen nur zuzusehen. Nachdem die anfaengliche Schuechternheit der Kids komplett ueberwunden war, haben die zwar nach Vorbild der groesseren nal versucht um nen Dollar oder was zu essen aus den FoodStalls zu betteln, aber da wir beide das fuer kein gutes Signal an die Kids hielten, wurde dies ignoriert. Nach nichtmal fuenf Minuten haben diese im Grunde wirklich cleveren Kids auch ganz schnell erkannt, dass sie zwar nen mords Spass mit uns haben koennen aber die Betteltour zu nichts fuehrt, und schon war die Geschichte erledigt.
Klar, die Allgemeinheit der Kambodschaner und Langnasen an der Uferpromenade fand diese lustige Gruppierung zwar reichlich merkwuerdig und kam aus dem Starren und staunen kaum mehr heraus, aber das kuemmert hier recht wenig. Zwei Touries in verwaschenen Fishermen und loechrigen T-Shirts spielen mit vier Strassenkids. Ich kann daran erstmal nichts sonderlich schraeges finden. Waere ich alleine gewesen, haette ich mich schwerstens gehuetet ein zwoelfjaehriges Strassenmaedel auf mir herumklettern zu lassen, aber mit der Tarnung als junges verheiratetes Paerchen (zumindest der allgemeinen Interpraetation der anderen nach) sieht das wenigstens nicht nach was schlimmem aus.

Was macht man, wenn man als „junges Paerchen“ ploetzlich zu einer kleinen Kambodschanischen Familie auf Zeit kommt am besten? Quer durch die Stadt schlendern, wobei sich jedes der Kids eine Hand krallt und zwischen der „Madam“ und dem „Sir“ (wie sie uns zu dem Zeitpunkt nennen) durchwechselt. Alternativ wird manchmal auch darum gestritten, wer beim beim grossen „Sir“ auf den Schultern sitzen darf und so wurde ich oefters zum Packesel. Ein wenig aengstlich waren alle, gewohnt waren sie soetwas definitiv nicht. Aber die Aussicht aus ueber zwei Metern Hoehe hat alle begeistert.Freiwillig absteigen wollte definitiv keiner mehr.
Das Ziel dieser Ausflugsgruppe? Ein heiliger Berg. Gut, eigentlich noch nichtmal ein Huegel und vielleicht 30 Meter hoch, wird er trotzdem „Mountain“ genannt. Die Pagode obendrauf interessiert in dem Momkent wenig, dafuer der Spielplatz nebenran, die Affen drumherum und nicht zuletzt der Elefant der Touristen im Kreis herum transportiert. Klar, die Kids koennten locker jeden Tag selbst hierher kommen. Ich glaube aber nicht, dass sie das tun. Hier spielen gut gekleidete Kinder, waehrend ihre Eltern am Rand sitzen und zusehen. Ich wuerde mich an deren Stelle auch nicht alleine dazwischen herumtreiben wollen, schon allein wegen der abfaelligen Blicke. Heute aber ist beinahe ein Feiertag fuer die Vier. Sie toben wie die anderen, lachen, schaukeln und rutschen, denn sie haben ihre grossen Freunde dabei, die beinahe wie besorgte Eltern auf sie aufpassen und durch ihre reine Anwesenheit die Aufmerksamkeit und die abfaelligen Blicke von den Kids weg auf sich selbst lenken. Beinahe ganz normale Kinder die ganz normal ihren Spass haben. Dass ihnen ab und an ein „Ma“ oder ein „Baba“ statt der sonst ueblichen „Madam“ und „Sir“ herausrutscht, war anfaenglich zwar etwas irritierend, aber darueber habe ich einfach mal hinweggehoert, immerhin verstehe ich das eigentlich ja nicht und die Kids wissen das auch.

Wer hier effektiv allerdings auf wen aufgepasst hat, darueber bin ich mir gar nicht ganz so sicher. Bei allem Spass und getobe achen die vier kleinen strengstens darauf, dass wir den manchmal agressiven Affen nicht zu nahe kommen, streiten sich beinahe darum wer unsere Schuhe tragen darf und geben uns die ersgten beiden Lektionen in Sachen Strassenleben: Wie kommt man im Park bei Tag zu essen? Blueten! Gibts umsonst, schmecken lecker und ist ganz einfach wenn man weiss welche man essen kann: die noch geschlossene Knospe aufbrechen, die Blaetter kann man essen und mit den Bluetenstaub-Stempeln kann man sich wunderbar die Zeit vertreiben, was dann Lektion nummer zwei war: jeder fusselt einen aus der Knospe und haelt ihn zwischen Daumen und Zeigefinger. Dann wird dieser beim dem vom Mitspieler eingehakt und gezogen. Wessen Stempel abreisst hat verloren. Super einfach, aber durchaus nicht unspassig.
Die vier sind definitiv nicht auf den Kopf gefallen. Sie wissen ganz genau, wie das Leben hier funktioniert und passen auf, dass den zwei grossen Freunden nichts zustoesst. Es war ziemlich interessant, ihnen dabei zuzusehen. Die Kids scheinen selbst nicht gewohnt zu sein, irgendetwas zu besitzen oder zu behalten. Was sie brauchen sammeln sie irgendwo ein, wenn es nicht mehr gebraucht wird fliegt es wieder weg. So ist zum Beispiel ein Edding ein tolles Spielzeug fuer eine gewisse Zeit, aber nachdem allen etwas auf den Untearm gemalt wurde und die Aufmerksamkeit auf irgendetwas anderes gerichtet wird, kommt es ihnen erst garnicht in den Sinn den behalten zu koennen. Die Idee des „behaltens“ scheint denen vollkommen fremd. Woher sollten sie es auch kennen? Andererseits: Als wir nur ein einziges mal enttaeuscht geschaut haben, weil einer der Jungs Muell direkt auf den Boden wirft und den Muelleimer ein paar Meter weiter erwaehnt haben, haben die vier das aber sehr ernst genommen. Kaum hatte irgendwer ne leer Flasche oder so in der Hand, kam eins der ueberfleissigen Kids daher, hat foermlich darum gebeten den Muell wegbringen zu duerfen und ist zur Not ueber den ganzen Platz zum Muelleimer gerannt. Muell einfach wegzuwerfen ist hier beinahe so normal wie in Indien, aber dass die grossen Freunde das nur einmal nicht gut finden hat die vier tatsaechlich dazu bewegt, fleissig Muelleimer zu verwenden. Ich denke manche Dinge koennten so einfach sein, wenn man sie nur jemandem beibringt. Dass diese einmalige Geschichte dauerhaft Wirkung auf deren Verhalten hat glaube ich zwar nicht, aber wenn man nur ein klein wenig darauf achten koennte… wenn alle ein klein wenig darauf achten koennten… es wuerde sicherlich viel bewirken, auch in Kambodscha.

Es war ein durchaus schoener Nachmittag und ich habe jede Minute genossen, aber irgendwann war eine Pause schwer noetig. Wir haben den Kids zwischendurch unsere Bananen geschenkt. Welche die schon lange gekauft waren und keinerlei Verbindung mit Bargeld fuer die Kids hatten, das war ziemlich wichtig. Bei uns selbst machte sich aber so langsam auch Hunger breit. Ein komisches Gefuehl, wenn man mit obdachlosen Kids unterwegs ist. However, es war also an der Zeit eine Pause zu bekommen. Duschen, essen, relaxen und so. Ausserdem haben wir uns so langsam gesorgt, dass irgendwer die Kids vermissen koennte…
Ich war reichlich erstaunt, dass es derart einfach ging: wir haben das Maedschen lediglich gefragt, ob sie den Weg nach Hause von hier kennt und ob sie die Jungs heim bringen kann. Gar kein Problem meint sie immernoch freudestrahlend, redet kurz mit den Jungs und alle vier verabschieden sich froehlich von uns. Kein Drama, keine langen Gesichter. Die vier waren noch immer happy, haben noch gefragt ob sie uns vielleicht gegen Abend am Flussufer finden koennten und haben uns laechelnd hinterhergewunken bis wir um die naechste Ecke gebogen sind. Ich war reichlich impressed von diesem so ungewoehnlichem Verhalten. Zumindest haette ich es ein paar fuenf, sechs oder siebenjaehrigen Jungs in der Art nicht zugetraut. Sie wussten genau, dass es nur ein zeitlich begrenzter Ausflug war und haben es einfach genossen bis zur letzten Minute. Und selbst als es vorbei war und sie uns womoeglich nie wieder sehen wuerden, waren sie nicht traurig sondern haben sich an der Geschichte immernoch gefreut. Ich war wirklich verbluefft.

Nach dem Abendessen in einem FoodStall und reichlich Eistee in einem Strassencafe, beides weit, weit weg vom Old Market (klar, die Kids wissen dass wir nicht hungern. Trotzdem haetten wir die Situation von denen beim Abendessen gefunden zu werden wohl irgendwie unangenehm gefunden…) haben wir uns beschlossen, an der Uferpromenade nach ihnen zu suchen. Es hat, nur wenige Stunden nachdem wir uns von ihnen verabschiedet haben, schon irgendwas gefehlt. Es war so ruhig, gab so wenig Kinderlachen und so waren wir selbst herzlich froh, am Ufer fuendig geworden zu sein. Es war schon reichlich spaet, und John wohl schon schlafen. Wir haben lediglich das Maedchen getroffen, das gerade mit einem der drei Jungs und einer Freundin die wir nicht kannten am Ufer auf uns gewartet hat. Die Freude war riesig, die Umarmungen herzlich und die leuchtenden Augen unbezahlbar.
Die „neue“ tat sich allerdings reichlich schwer damit, uns nur als Freunde zu sehen. Sie konnte es sich nicht verkneifen fortlaufend nach Dollar und Essen zu betteln und wurde von ihrer Freundin wuest dafuer beschimpft. Es hat eine ganze Weile gedauert und die ein- oder andere Kletteraktion oder Spiele ihrer beiden Starssenkids-Freunde mit den Fremden gebraucht, bis sie vermutlich erkannt hat, dass hier etwas anders ist als sonst. Sie wurde ein klein wenig neidisch, aber nach ein paar Metern „Princess“ sein und in luftiger Hoehe herumgetragen zu werden wurde aus ihr, zum Glueck, auch einfach „nur“ ein Kind. Ein lachendes Kind. Herrlich, ehrlich! Wir wurden von den dreien an ein weniger belebtes Ende der Uferpromenade gefuehrt. Offensichtlich fuehlen die sich hier auch nicht ganz wohl. Kann ich verstehen, auch ich kenne schoenere und angenehmere Ecken als Touristen-Hotspots. Wenig spaeter sassen wir wieder auf einem kleinen Maeuerchen unweit eines kleinen Tempels am Flussufer und die Maedels sind ploetzlich beide verschwunden. Wir haben uns ein wenig gewundert, aber kurze Zeit spaeter sind sie wieder aufgetaucht, beide jeweils eine herrliche Kokosnuss im Arm. Lektion Nummer drei heute: trinken. kokosnuesse bieten sich natuerlich an, aber wie kommen die beiden an frische Kokosnuesse? Irgendwass muss da komisch sein dachte ich mir, aber was solls. Die zwei wissen wohl besser als ich was sie da tun, und wenn sie Durst haben und wissen… eigentlich wollte ich es gar nicht so genau wissen. Waehrend die zwei mit einem Zweig ein Loch in ihre Kokosnuesse bohren, macht sich jedtzt der Junge auf den Weg. Auch er verschwindet kurz, und kommt mit zwei Kokosnuessen zurueck. Komisch. Ich schaue mich kurz um, kann aber keinen Kokosnussverkaeufer oder so entdecken den sie beklauen haettren koennen. Von nem Baum koennen die auch nicht kommen, immerhin sind sie schon so weit geschaelt, dass man einfach ans innere kommt. Eben so, wie man sie an den mobilen Verkaufswaegelchen bekommt. Es wurden noch mehr Kokosnuesse herbeigeschafft, und so langsam wurden wir neugierig. jessica ist ihnen hinterhergeschlichen und ist fuendig geworden: Ein Muelleimer. Neben dem Tempel. Tagsueber werden hier Kokosnuesse „geopfert“, die Abends nachdem der kleine Tempel geschlossen wird draussen entsorgt werden und offensichtlich von den Strassenkids reichlich genutzt werden. Irgendwie eine schoene Art des Recyclings finde ich =). Nachdem die Kids fertig waren, wollten sie sich direkt wieder um unser Wohl kuemmern. Das ist denen allen echt wichtig. Und so fragen sie nach einer leeren Wasserflasche, die wir tatsaechlich (fastleer) aus dem Rucksack zaubern konnten. Und, die Kids sind mal echt clever, damit die Freunde nicht den Mund an einer Kokosnuss ansetzen muessen die aus nem Muelleimer kommt, wird jetzt die Flasche in das Loch neuer Kokosnuesse geschraubt und der Inhalt kurzerhand umgefuellt. Eineinhalb Liter frischen Kokosnusssaft haben die uns so herbeigezaubert. Das innere der Kokosnuss hat ja mit dem Muelleimer erstmal nichts zu tun =).
Essen wurde dann direkt zusammen mit Lektion vier serviert: wenn man die Opferblumen zerlegt, findet man im inneren Samen. Essbar. Theoretisch. Praktisch haben wir die dann aber doch besser mal den dreien ueberlassen =) Achja, Lektion fuenf: wo es in Kambodscha Opferblumen gibt, dort gibt es auch Mangos, man muss nur zwischen den ganzen Blumen lange genug danach suchen. Originalverpackt. Frisch. Suess. Lecker. Aber auch nur fuer die Kids.
Okay, woher dann die Kaugummis im Anschluss kamen, das haben wir nicht genau gesehen. Der Junge hat die irgendwo in der Naehe gefunden, aber nicht beim Tempel. However, die Kids haben sich gefreut daran.
So haben wir den Abend auf einer kleinen Mauer am Flussufer verbracht. Wir sind in einem regelrechten Meer aus schneeweissen Bluetenblaettern gesessen oder sie auf uns herabregnen lassen, es gab frischen Kokosnusssaft, Mangos und Blumensamen umsonst und reichlich (Danke, Buddha =) ).
Hoert sich beinahe paradiesisch an, und wenn man nicht allzu ganz genau darueber nachdenkt war es auch genau das.

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