auf direktem Weg gen Thailand?

 
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fotogener Regen, na sowas…

Die erste positive Erkentniss heute morgen: Es gibt tatsaechlich ein Boot nach Huay Xai. Sogar heute. Ich muss also weder in Pak Beng bleiben noch zurueck nach Luang Prabang. Feine Geschichte und so gings gegen halb neun gings schon los. Zwar nicht im gleichen Boot aber in einem verdammt aehnlichen. Aehnlich war auch meine allgemeine Beschaeftigung: schlafen. Ich wundere mich ein wenig ueber mich selbst. Es ist nicht so, dass die die Nacht wach gelegen haette weil ich nicht muede war. Nein, ganz im Gegenteil. Heute ist schon der zweite Tag, den ich problemlos mit schlafen verbringe. Warum auch immer, ich habs wohl offensichtlich noetig =).
Der Grosse Unterschied heute: Das Wetter wird besser. Nicht mehr so viele Wolken die den ganzen Tag den kompletten Himmel bedecken und kein Dauerregen. Nachdem ich gestern noch leicht gefrohren habe, ist es heute auch schon reichlich angenehm heiss. Hat Thailand ein anderes Klima als Laos? So langsam glaube ich, ohne wirklich Ahnung davon zu haben, genau da dran. Ja, manchmal regnet es kurz, aber eben nur kurz. Abgesehen davon dass das die viel angenehmere Variante von Regen ist, kann sie sogar regelrecht fotogen sein =)

Auch in einem anderen Punkt kam die heutige Bootsfahrt meiner allgemeinen slowboat-Vorstellung nochmal ein klein wenig naeher: Die Zwischenstopps, Doerfchen und das Leben am Flussufer hat deutlich zugenommen. Manchmal gabs beinahe kuriose Dinge zu sehen, zum Beispiel eine ganze Horde Moenche die gemeinsam im Mekong bedet. Gut, badende Meonche kenn ich und ist auch nicht schwer vorstellbar. Dass man sich hier im Mekong waescht, auch das ist nichts fremdes. Auch die leuchtend orangen Roben umgeben von gruenem Pflanzenzeug sieht man immer mal wieder. Diese Aktion im speziellen war allerdings irgendwie anders. Ein Flussufer. Eine ganze Horde in knallbunten Farben gekleideter Leute geht baden. Draengt sich foermlich in ein paar Quadratmetern Wasser zusammen, immer einer nach dem anderen, gleichzeitg, nebeneinander oder wie es sich auch immer ergeben mag. Hatte ich nicht erst gestern eine Indien-Paralelle gefunden? Das heute hat jedenfall schwer etwas von einem Bad im Ganges. Dass der laotische Buddhismus in ueber die Zeit auch kambodschanisch bedingte Beruehrungspunkte mit dem Hinduismus hat, das habe ich inzwischen ja gelernt, aber dass das heute noch immer do weit geht ;)? Nein, ernsthaft glaube ich nicht daran. Aber es war interessant anzusehen =).

128257_originalAchja, ein paar Meter weiter, etwas versteckt vor den anderen hinterm hohen Gras, da haben sich noch ein paar andere finden lassen. Juengere Moenche, alle hoechstens zwanzig, in kleinen Grueppchen. Nein, nicht potentiell rituell reinigend, sondern herrlich erfrischend planschend. Moenche sind eben auch in Nordlaos manchmal nur Jungs =).

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In Huay Xai kamen wir heute, nach Armbanduhrenzeit und Sonnenstand betrachtet (meine innere Uhr hat da mal wieder was anderes behauptet…) wohl etwas zu spaet an. Die paar wenigen Touristen auf dem Boot wurden ein wenig hektisch, denn um sechs macht die Grenze zu Thailand zu, und als wir uns Huay Xai auf Sichtweite naeherten wars schon fast halb. Nein, ich habe nicht geplant heute die Grenze zu ueberqueren. Ob ich mir auf der einen oder anderen Flusseite ein Bett zum schlafen suche, das ist mir herzlich egal denn einen Nachtbus irgendwohin zu erwischen, das ist definitiv keine Option fuer mich =).

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ein laotisches dok-dok, gut für alles. immer.

So ganz nebenbei, mir faellt waehrend ich in den Fotos „krame“ gerade ein dass ich noch ein Bild eines dok-doks schuldig bin. Bei einem unserer Zwischenstopps ist mir heute zufaellig eines vor die Kamera gefahren. Ja, das ist streng genommen ein nordlaotisches dok dok. Aber die sind mal definitiv komplett same same. Not different =).

Tja, Laos ist eben Laos und manchmal geschehen einfach komische und unerwartete Dinge. Es haette fuer die Thailand-Grenz-Touries auf dem Boot reichen koennen, wenn… wenn dass Woertchen wenn nicht waere und am Bootsanleger ein „Parkplatz“ frei gewesen waere. Ein riesiger Bootsanleger, ein Linienboot, ein ganz normaler und geplanter Stopp und einfach keinerlei Platz. Wir haben zwar tatsaechlich hier angelegt, aber schlussendlich kostete es eine ganze halbe Stunde und viel Muskelkraft der Bootsleute bis unser Boot gewaltsam in eine Luecke manoevriert war, die eigentlich gar keine war. Einmal kompeltt verkeilen und mit langen Bambusrohren freiwuchten eingeschlossen. Grenze zu und Touristen bis morgen in Laos“gefangen“. So schnell kann das passieren =).

128819_originalHuay Xai bietet auch herzlich wenig spektakulaeres. Ein Dorf. Ein Mekongdorf. Ein Grenzdorf. Ein Touristen-uebernachten-eine-Nacht-Dorf. Nicht schoen, aber man findet eine Bleibe. Und bellende Hunde, wie ueberall in Laos. Dass mich hier allerdings einer dieser Strassenkoeter aus heiterem Himmel in den Waden beissen muss, das ist neu. Welch tolles Laos-Finale. An dieser Stelle war ich dann aber doch endgueltig froh irgendwann mal eine ziemlich teure, ziemlich schwer zu organisierende und ziemlich stressende Tollwutimpfung ueber mich ergehen lassen zu haben. Wenigstens darueber brauche ich mir an der Stelle keine Sorgen mehr zu machen. Mit Tollwut-Panik in Laos zu sitzen ist nicht unbedingt etwas, das ich erlebt haben muesste.

Ich glaube morgen gehts fuer mich nun wirklich weiter nach Thailand. Ein wenig unschluessig war ich mir heute zugegebenermassen schon, ob ich das nicht noch ein wenig hinauszoegern und noch ein wenig in Laos bleiben sollte. Zwei bis drei Tage oder so. Hund und Regen sei Dank erscheint mir aber inzwischen die Idee morgen in aller Ruhe auf die andere Mekong-Seite zu wechseln garnicht mal mehr sooo schlecht.

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