time to catch up…

 

Ja, ich bin ein wenig abgetaucht. „Reisen“ ist diesesmal etwas ganzganz anderes als das, was ich bisher als solches gekannt habe. Nicht dass es schlechter oder besser oder irgendwie bewertbar anders waere, es ist einfach… ungewohnt.
Momentan heange ich in ein kleinwenig fest. Aber vielleicht sollte ich weiter vorne anfangen: nachdem Heiligabend eine ziemlich unbesinnliche Angelegenheit in einem Club in Bangkoks Touristen-Ghetto namens Khao San wurde, stand erstmal der Entschluss fest dass Bangkok zur Hochsaison irgendwie nicht ganz der ideale Ort ist, seinen Urlaub zu verbringen. Nein, Heiligabend war schon lustig… So sollte das, auch wenn es sich vielleicht anders angehoert hat, garnicht gemeint sein. Thais feiern im wesentlichen als Buddhisten kein Weihnachten, lassen diese Moeglichkeit aber nicht aus eine lustige Party daraus zu machen. So gibts viele Weihnachtsmannmuetzen zu sehen, Watteschnee und aus Leuchtzeugs angedeutete Weihnachtsbaeume. Ja, nur angedeutet, denn so ne Nordmanntanne in Thailand zu bekommen duerfte wohl ne ziemliche Herausforderung sein, und kostspielig dazu und Plastikbaeume scheinen nicht dem allgemeinen Trend zu entsprechen ;)

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However, in meinem Fall war Heiligabend n Club mit vielenvielen Thais, von denen viele zum feiern und eine nicht zu unterschaetzende Anzahl zum „arbeiten“ dort waren, bunt gemischt zwischen unzaehligen betrunkenen Touristen zu schlechter elektronischer Musik die nebenbei bemerkt noch viel zu laut obendrauf war. Ja, selbst fuer mich ist das noch eine schraege Geschichte wenn ich heute darueber nachdenk, dabei habe ich es eigentlich selbst gesehen =D.

Was gabs dieses mal neues aus Bangkok? Natuerlich habe ich meine kleine Runde durch die Stadt gedreht, die bekannten Orte auf die Schnelle besuchen. Hauptsaison hin oder her, wenn man in der Naehe von Bekannten landet, muss man nicht nur aus Hoeflichkeit sondern auch schon aus reiner Neugier einen kleinen Besuch abstatten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es nun Menschen oder wie in meinem Fall Orte sind, an die man irgendwelche Erinnerungen hat. Mein Resumee? Eigentlich ist alles beim alten. Okay, es gab die Flutgeschichte, die an manchen Stellen noch zu sehen ist. Entlang einiger Strassen stehen noch kleine, auf die Schnelle improvisierte Maeuerchen die das groesste abhalten sollten. In einigen Hauseingaengen und an so manchen Strassenecken tuermen sich noch Sandsaecke. Die schwimmenden Bootsanleger am Fluss, auf die man normalerweise vom Ufer uber eine Art Rampe nach unten geht, treiben noch so hoch, dass das „nach unten gehen“ noch immer mehr ein „nach oben gehen“ ist. Der Fluss an sich ist zwar ein wenig voller als ich ihn kenne, aber er ist genau da wo er hingehoert, und nicht in den Strassen zu finden. Das ganze Leben in Bangkok scheint normal voranzugehen, und so wirklich kuemmert sich heute schon keiner mehr um das, was da war. Okay, ganz ehrlich ueberleg ich, ob sich so wirklich jemand gekuemmert hat als die Situation noch ein wenig kritischer war. Die Leute hier scheinen, zumindest zum groessten Teil, voellig unbeeindruckt von was-auch-immer-gerade-passiert einfach ihr Leben zu leben wie immer. Es passiert im generellen erstaunlich wenig hier ueber die Zeit. Beim ersten Besuch ist man noch voellig ueberfordert, oder zumindest ich war das ein Stueck weit. Was einem vorallem ziemlich schnell an Bangkok auffaellt sind die allseits beliebten TukTuk-Fahrer mit ihren mal mehr und mal weniger ausgekluegelten Tricks Touristen auszunehmen, die unzaehligen Reisebueros die irgendwelche Ausfluege und Touren zu unglaublichen Preisen unters Volk bringen wollen, die unglaubliche Anzahl an angeblichen Schneidern, die vor ihren Laeden stehen und jedem Passanten einen Anzug andrehen wollen, all die Fuddelwuddel Souvenier- und T-Shirt Strassenbuden mit Wucherpreisen, vor die aber immer der Hinweis „big discount!“ gesetzt wird sowie nicht zu vergessen die lieben Frauen in traditionellen Kostuemen, die mit diesen wohlklingenden Froeschen durch die Strassen laufen und ausnahmslos jeden mit ihrer aufdringlichen Art frueher oder spaeter zur Weissglut treiben koennen. All das ist beim ersten mal irgendwie spannend und aufregend. Beim zweiten mal ists nervig, und nachdem man das dritte mal nach zweieinhalb Jahren ankommt, immernoch die gleichen Schneider vor den gleichen Laeden sieht, immernoch die gleichen T-Shirts mit den gleichen Aufdrucken (okay, zumindest zu einem hoeheren Preis) kaufen kann, die gleichen Restaurants und Guesthaeuser mit vielleicht theoretisch anderen, aber trotzdem immer gleichen Touristen sieht, dann faengt man irgendwann an, die Thais zu verstehen. Diejenigen, die von dem verrueckten Stadtviertel mit den verrueckten Touristen reden. Man fangt auch an, Mitleid mit denen zu haben, die 365 Tage im Jahr in diesem Chaos jeden Tag aufs neue den gleichen, so absolut garnicht spannenden und aufregenden Job zu machen und sich dazu unter die „verrueckten“ mischen zu muessen. Tourismus hat, zumindest hier, definitiv sehr starke Aehnlichkeit mit Fliessbandarbeit. Der Tourist selbst mag kommen und gehen und somit ausgewechselt und geandert werden. Die Touristen in Summe sind aber immer die gleichen.
Alles in allem war es gefuehlsmaessig demnach eine schraege Ankunft. Eine Ankunft in einer meiner Lieblingsstaedte, nach ein paar Stunden Flug von nem verschneiten Deutschland hinein in die leuchtend bunte und trotzdem gleichzeitig trist graue Thai-Grosstadtwelt und 30 Grad warme Smogbruehe die konstant ueber Bangkok haengt. Wie kann man eigentlich eine Stadt lieben, die man tief im Inneren eigentlich fuer eines der groessten Irrenhauser der Welt haelt?

Zurueck zum Stichwort „falscher Ort“… Schon am naechsten Tag stand irgendwie der Entschluss fest, dass Bangkok zu Sylvester irgendwie nur noch ueberlaufener werden wuerde und ich deswegen hoch in den Norden fluechten sollte. Bangkok muss auf meinen wirklich richtigen Besuch, bei dem ich mich voellig in den wirren Gassen und Maerkten zwischen bunten Neonschildern verirren werde, einen Tempel oder Park als Zufluchtsort wieder zu schaetzen lerne um mich schlussendlich vom oeffentliche Nahverkehr oder Taxi wieder zurueck in mein mir bekanntes Bangkok retten lassen kann und das ganze auch noch voellig geniesse, ein wenig warten. Es ist gerade einfach nicht die richtige Zeit dafuer…
Warum nicht in ne Haengematte auf ner Insel in den Sueden statt in den etwas kuehleren und Haengemattenlosen Norden? Eigentlich ganz simpel, denn der Haupttouristenstrom schien definitiv nach Sueden zu ziehen, allerdings eher weniger wegen den Haengematten sondern vielmehr wegen gross angelegten Sylvesterparties. Also ab in nen Zug, hoch in den Norden nach Chiang Mai. Auch dort wird Sylvester gefeiert werden, soviel war vorauszusehen, aber trotzdem versprach es wohl eher gemuetlicher als im Sueden zu werden.

Waehrend der Zugfahrt hatte ich noch leichte Probleme mit der Zeitverschiebung… Ich rede mir gerne ein mich schnell anpassen zu koennen, aber wenn man im inneren eines hell beleuchteten Blechzugs liegt, bloederweise das obere Bett ohne Fenster erwischt zu haben und Nachts das Licht konsequent anbleibt, kann man sich noch so oft einreden dass man eigentlich schlafen sollte weil es Zeit dazu ist, aber irgendwie mags nicht so recht klappen. Draussen ist es zwar wohl streng genommen schon ein Uhr Nachts, aber das Bachgefuehl behauptet es waere mit sieben Uhr Abends definitiv zu frueh um zu schlafen. Ich habe keinen Weg gefunden, in der Sache mit meinem Bauchgefuehl zu reden oder es von meiner Vernunft ueberreden zu lassen und bin noch bis vier wach gelegen, als mein Bauch mit gefuehltem zehn Uhr abends sich irgendwie mit der Schlafensidee anfreunden konnte.

In Chiang Mai hat dann definitiv mein Urlaub begonnen. Ich sage definitiv nicht Reise, und denke das duerfte somit selbsterklaerend sein. Es ging los mit viel herumhaengen, Essen, schlafen und (besten Dank an die gute Lage im Norden Thailands) guten Kaffee trinken. Es hatte etwas von Haengemattenurlaub ohne Haengematte. Ich war vor einem halben Jahr schon hier, und wusste nicht so recht was ich mit diesem Ort anfangen sollte. Wenn man nicht daran interessiert ist, Tempel Nummer 1578, 1579, 1580 und noch viel mehr davon in seinem Leben zu besichtigen, wenn man sich eigentlich am Ende einer Reise durch sehr ruhige Gegenden ohne viele Menschen auf die quirlige Grosstadt Bangkok freut und man nicht wirklich Zeit hat sich auf die Stadt einzulassen, dann kann das auch nichts werden. Wenn man dagegen aus Bangkok fluechtet, um einen ruhigen Ort zu finden, an dem man noch ehrlich angelaechelt wird, ehrlichere Preise bezahlen und freundlichere Leute finden will und nicht zuletzt sich langsam wieder an Asien gewoehnen muss, dann scheint man hier gut aufgehoben zu sein… Das hab ich zumindest diesesmal gelernt ;)

Bis Sylvester hatte ich hier eine extrem ruhige Zeit. Effektiv habe ich nichts unternommen, was irgendwie „normalerweise“ auf der ToDo-Liste fuer Chiang Mai steht. Keine Tempel, keine Touristenattraktionen. Oh, halt, eine so called Attraktion habe ich mir gegoennt: das Playhouse. Dazu aber spaeter mehr. Abgesehen davon war es ein dezentes herumhaengen und nichtstun, essen, Kaffee trinken und schlafen. Man koennte auch sagen herunterkommen, entspannen. Der Teil, den ich im Nachhinein betrachtet immer am Anfang einer Reise einlege: sei es Inselgammeln beim ersten mal Thailand, sei es Goagammeln in Indien oder fuenf Tage Zwagseisenbahnwaggongammeln, es gab jedesmal den langsamen Start. Zum eingewoehnen, zum umschalten zwischen zuhause und Reise. Diesesmal war das eben Chiang Mai, und auch das war schoen so =)
Leider leider hat mir allerdings ein gebrochener Backenzahn nen allgemeinen Strich durch die Rechnung gemacht. Puenktlich an Sylvester ist dieses miese Ding auseinandergebrochen, und zwei Tage danach habe ich mich auf einem thailaendischen Zahnarztstuhl wiedergefunden.
Der Weg dorthin war schon spannend und fieng in meinem Gusethouse an, das von einem „farang“ betrieben wird. Wenn einer nen Zahnarzt empfehlen kann mit dem ich auch kommunizieren kann, dann sicherlich er. Das war die Grundidee. Er hatte nen Empfehlung, hat mir erzaehlt dass er schon acht Jahre bei dem Zahnarzt ist, aber mich gleichzeitig gewarnt, dass es ein englischsprechender Thai-Zahnarzt ist, und keiner der sich auf Zahntourismus spezialisiert hat. Etwas unsicher, was mich da erwarten mag habe ich mich dann auf den Weg gemacht. Einerseits fand ich es positiv nen verlaesslichen Zahnarzt empfohlen bekommen zu haben, der eher mit guter Arbeit zum fairen Preis glaenzt als mit superluxurioesem Ambiente in der Eingangshalle angibt und dahinter nur pfuscht (immerhin ist so ein durchschnittlicher Zahntourist recht schnell wieder ganz ganz weit weg in seinem Heimatland und kann sich dumm und daemlich beschweren). Das war zumindest was ich mir auf dem Weg immer wieder eingeredet habe. Aber was sollte der warnende Unterton bedeuten? Das Guesthouse ist mehr oder minder n Rattenloch gewesen, nichts in dem Leute mit empfindlichen Nerven absteigen wuerden (dafuer wars guenstig und zumindest das Bett – bevor es eines Nachts voellig auseinander gekracht ist – relativ bequem), also sollte dessen Betreiber eigentlich um meine Sensitivitaet zu etwas einfacheren Umstaenden bescheid wissen…
However, als ich ankam war ich positiv ueberrascht. Ich stand vor einem grossen Haus, ein Slogan auf Thai auf einem Werbeschild davor den ich natuerlich nicht verstehen oder lesen konnte, sowie ein grosser Zahn auf einem viereckigen, dunkelblauen Schild. Beleuchtet natuerlich, denn sonst waers nicht Thailand =). Ich hab meine Schuhe, wie sich das hier gehoert brav ausgezogen und stand kurze spaeter in einem gefliseten und schnieksauberen Eingangsbereich vor einem netten kleinen Holztresen. Das mag sich jetzt schaebig anhoeren, wars aber definitiv nicht. Geschmacklich und kulturell mags das nicht wirklich zuhause zu finden sein, aber war in allen anderen Belangen eindeutig mit einem Zahnarzt zu vergleichen. Die Unterschiede sollten sich erst spaeter herausstellen…
Ich ging also leicht nervoes auf die Frau hinter dem Tresen zu, die Ihr Erstaunen ueber das Auftauchen eines Fremden nicht wirklich gut zu verbergen wusste. Mein Guesthouse-Besitzer scheint nicht wirlich oft nen Zahnarzt empfehlen zu muessen und auch selbst noch gesunde Zaehne zu haben, so meine Vermutung in diesem Moment. Ich wusste nicht, ob die Frau ueberhaupt mit mir reden kann, oder ob dieser Besuch schon an der Sprachbarriere scheitern wird.
Ich hab ihr dann mein Problem auf englisch erklaert, sie hat verstaendnissvoll genickt, gefragt ob ich zum ersten mal hier bin, mir geholfen n Thai-Formular auszufuellen und mich gebenten zu warten. Ich war regelrecht ueberrascht. So einfach hatte ich mir das dann doch nicht vorgestellt. Meine Ueberraschung war noch nicht ganz verflogen, und so wirklich gesessen bin ich auch noch nicht, als ich dann den groessten Unterschied zu deutschen Zahnaerzten festgestellt habe: es dauerte keine zwei Minuten, es kam ein Arzt im weissen Kittel von hinten und hat gebeten mich mitzukommen. Und anstatt mich irgendwo „zwischenzuparken“ hat er zwei Assistentinnen zusammengetrommelt und direkt angefangen. Ein kurzer Moment fuer mich, um mir nen Ueberblick zu verschaffen: der Zahnarztstuhl mitsamt Equipment war zwar nicht der allerallerneueste, aber schien vertrauenswuerdig. Als Teenager bin ich zuhause auch auf so einem gelegen. Vielleicht war er in der europaeischen Version etwas laengern das mag sein, oder ich etwas kuerzer, jedenfalls hatte ich leichte Probleme mich darauf zu verteilen. An der Wand hiengen „ivoclar vivadent“ Plakate. Beinahe wie zuhause und n gutes Stueck vertrauensbildent. Dass die Sicht auf die anderen Behandlungsstuehle weitestgehend frei war, und rechts hinter mir ein grosses Fenster mit freiem Blick in den Wartebereich war, all das hat da keine so grosse Rolle mehr gespielt. Privatspaehre scheint in Zahnarztangelegenheiten eher zweitrangig fuer Thais zu sein.
Auch mit dem Arzt hatte ich beinahe keine kommunikativen Probleme, und wenn doch dann hat kurzes Nachfragen wahre Wunder geholfen. Alles gut soweit, und ich gluecklich. Zwar nicht ueber das, was er festgestellt hat, aber dafuer habe ich mich zumindest gut aufgehoben gefuehlt. Den Rest ist schnell erzaehlt: Zahn nicht zu retten, Krone drueber. Dafuer muss ich alerdings warten bis die fertig ist, genau eine Woche und waehrenddessen mit einem Provisorium leben. Zumindest ist es nicht schmerzhaft und belastet mich damit nicht beim alltaeglichen „Reisestress“ ;). Effektiv wirft es allerdings meinen Abreiseplan ueber den Haufen. So lange in Chiang Mai zu bleiben hatte ich nicht vor.

Jetzt bin ich abgedriftet. Eigentlich wollte ich doch so halbwegs die chronologische Reihenfolge beibehalten, aber nun muss ich eben doch wieder ein wenig zurueckspulen. Zurueck zu dem Tag, an dem ich aus reiner Neugierde im „Cabaret“ gelandet bin. Ich wusste definitiv nicht, was mich erwarten wuerde. Ich wusste lediglich zwei Dinge darueber: Es gibt dort keine Frauen. Alles, was nach Frau aussieht und nicht zufaellig Publikum ist, war oder ist ein Mann. Und die Karten sind mit umgerechnet 25 Euro extremst teuer. Alles andere? Keine Ahnung, und so war ich froh, nicht alleine hin zu muessen und mit (reell) weiblicher Begleitung dort auftauchen zu koennen. Anderenfalls waere ich wohl niemals auf diese Idee gekommen.
Wir wurden standesgemaess Tourie-like im TukTuk abgeholt und vorgefahren. Dementsprechend waren wohl auch unsere Gedanken in Sachen Outfit eher gemaessigt und wir sind ganz „casual“ in FlipFlops, kurzen Hosen, T-Shirts und Rucksack bzw. Umhaengetasche losgezogen. Erstmal dort angekommen wurden wir von einer Frau (?) in Abendkleid in Empfang genommen, die uns den Weg nach drinnen gezeigt und sich um die Eintrisskarten gekuemmert hat. Der Eingangsbereich war schon extrem glitzernd, bunt und schrill und hat spontan an irgendwelche Casinos in Vegas erinnert. Schon allein deswegen und nicht nur wegen Touristen in amtlicher Abendgarderobe kam das dezente Gefuehl von „underdressed“ auf. Dass uns das keiner gesagt hat? Ich wusste immernoch nicht so recht, was mich da erwarten mag und in Kombination muss ich zugeben mir schon leichte Sorgen gemacht zu haben. Ein wenig beruhigt war ich, als nach und nach mehr Publikum (ausnahmslos Touristen) in aehlichem vielleicht-underdressed-Outfit ankamen.
Nach ein paar Minuten wurden wir gebeten, „nach drinnen“ zu gehen und fanden uns in einem riesigen Theateraehnlichen Raum wieder. Es war sicherlich Platz fuer 500 Leute, jedenfalls deutlich mehr als fuer die grob 20 anwesenden Gaeste. Vorne eine relativ grosse Buehne, getrennt durch einen witzigen Wassergraben, mit schweren Vorhaengen. Eindeutig Theater, wenn auch ein wenig schraeg.
Was dann geboten wurde ist schwer in Worten zu beschreiben, denn wie ich es auch dreh und umformulier, es klingt nicht ansatzweise so spassig wie es tatsaechlich ist… Im Grunde ist es ne grosse Playback-Show. Die Songs dazu sind mehr oder minder international bekannt, eine wirkliche Sprachbarrierenproblematik gibt es dadurch also nicht, da der Text so oder so zweitrangig ist. Also doch kein Theater. Trotzdem gibt es beeindruckend viele kreative (und meistens bunt schillernde und glitzernde) Buehnenbilder, die staendig wechseln. Es geht um Tanz, und nonverbale Komik. Ein schraeges Erlebniss, bei dem man zwischendurch auch durchaus vergisst dass hier definitiv, auch wenns anders aussehen mag, keine (als solche geborene) Frau auf der Buehne steht. Okay, ich gebe zu man muss sich ein wenig unbefangen ueber uebertrieben gestikulierende Schwule amuesieren koennen. Dafuer tun einem ehrlich die Wangen ein wenig weh vom Dauergrinsen wenn die Show nach eineinhalb Stunden vorbei ist. Schwer zu beschreiben, daher muss man es einfach gesehen haben. Achja, nur fuers Protokoll und die Vorurteile… Das ganze ist komplett sex- prostitutions- und Publikumskontaktbefreit und durchaus jugendtauglich. Manchmal muss man das hier in Thailand (leider) ausdruecklich dazusagen.

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Okay, wenn ich jetzt wieder vorspule, vorbei an der thailaendischen Version von Sylvester und Neujahr (was hier nur das Kalendarische Neujahr und eigentlich im Vergleich zu Songkram irgendwann im Maerz das „aus dem Westen adaptierte“ Neujahr ist… Aber nichts desto trotz, es ist wie wohl wie mit Weihnachten in Bangkok oder Halloween zuhause, es ist halt irgendwie doch ne wilkommene Gelegenheit fuer ne grosse Party), vorbei an den vielen fliegenden Laternen die an diesem Tag den Himmel zu nem wunderschoenen Lichtermeer verwandeln, vorbei an den von den Thais selbstgebastelten und angsteinfloessenden Feuerwerkskoerpern, vorbei an Neujahr das fuer mich zu nem schrecklichen Hangover-Tag wurde, vorbei an dem Zahnarzttermin am Tag danach, dann kann ich mich jetzt wieder so halbwegs bemuehen mich an die chronologische Reihenfolge zu halten. Und alles, was ab dem Zeitpunkt passiert ist, das erzaehle ich euch nach der naechsten Maus. Oder morgen. Oder so =)

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