Lao P.D.R. – Pepoples Democratic Repubilc oder doch Please Don’t Rush?

 

Ich bin da. Luang Prabang mal wieder, und habe die anderen eingeholt. Soviel mal vorneweg =)

Der letzte Tag Chiang Mai gestern, und der halbe heute irgendwie (abgesehen von der Zahnarztsache) waren reichlich… unspektakulaer. Herumhaengen, Kaffee trinken, nichtstun, essen. Warum hoere ich mich das die letzte Zeit eigentlich so erstaunlich oft sagen? Da ist doch irgendwas faul mit mir. However, ich will mich nicht beschweren. Ich bin zwischen den Freaks nicht verhaftet worden, weil irgendwer glaub das Gras auf dem Tisch gehoere mir, ich bin nicht durch eine Raeucherstaebchenueberdosis vergiftet worden, ich hatte nachts halbwegs guten Schlaf und so ganz nebenbei… jetzt ne Krone im Mund. Thats it. =)

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Allerdings ist es am Ende n grosser Trugschluss, wenn man glaubt fliegen sei hier so schnell und einfach wie von Muenchen nach Frankfurt. Man fliegt beidesmal ne Stunde oder so. Okay, soweit ist es das selbe. Allerdings liegen weder Muenchen noch Frankfurt in Asien, und da gehts schon los mit den Unterschieden. Okay, dass ich ne Stunde lang international fliege, das mag fuer den durchsnittlichen europaeischen bzw. deutchen Gedankengang erstmal ungewohnt sein, jedenfalls wollte mir das nicht so wirklich bewusst werden. Chiang Mai nach Lugan Prabang ist aber genau das. Es gibt einfach kein schengener Abkommen oder wie auch immer das asiatische Gegenstueck dazu heissen koennte, das mich davor bewahrt den Reisepass zu zuecken, einen Abreisestempel vor dem Flug einzusammeln, unterwegs lustige Formulare auszufuellen, bei der Ankunft nen bunt glitzernden Aufkleber fuer den Reisepass zu kaufen und noch nen Stempel einzusammeln. Auch nichts, das verhindern wuerde dass man zwei Stunden vor Abflug am Flughafen sein solltem also gings nach dem Zahnarzt fuer mich direkt zurueck ins Guesthouse, den Freaks lebewohl sagen, den Rucksack schultern und mit ein paar ausgewaehlten Dienstleistern aus dem allseits beliebten Berufsstand der TukTuk-Fahrer zu verhandeln. Man koennte zwar mit dem, was hier als oeffentliches Transportmittel gilt genauso ans Ziel kommen (rote Pickups mit kleinen Baenken auf der Ladeflaeche, die solange warten bis sie voll sind und dann ihre Runde durch die Stadt drehen, was zwar mit 20 Baht angenehm guenstig ist und in Chiang Mai jegliche Art von Linienbus ersetzt, aber auch dementsprechend fuer Touristen ohne Langzeiterfahrung zeitlich so gut wie unkalkulierbar bleibt), aber ich habe es eilig, um kurz spaeter zwei unendlich lang wirkende Stunden in einer unterkuehlten Abflugshalle totzuschlagen. Nein, ich will mich an der Stelle nicht allzusehr beschweren. Trotz allem ist es immernoch der schnellste und angenehmste Weg. Erst recht, wenn man dann in dieses kleine Propellerfliegerchen eingestiegen ist, die schaebig wirkende Start- und Landebahn von Chiang Mai hinter sich gelassen hat und die sich unendlich in die Laenge ziehenden Huegel zwischen Chiang Mai und Luang Prabang von oben beobachten kann, dann ist man wieder froh nicht Strassenachterbahn in einem Bus ohne Sicherheitsgurt, ohne Schienen und ohne Leitplanken mit voellig irrem Fahrer fahren zu muessen. Und so ganz nebenbei ist Propellerflugzeug fliegen auch mal wieder spannend gewesen. Verglichen mit einem grossen Duesenflieger ist das einfach viel spannender, wackeliger, lauter und waehrend man beim Start ueberrascht ist, was so ein kleines Ding fuer ne Beschleunigung drauf hat und sich innerlich ueber die aengstlich geckernden und verstoglen leicht kreischenden Israelierinnen auf dem Nebensitz freut, stellt man beim Landen fest dass ohne Landeklappen und Schubumkehr und so das Bremsen halt doch ein wenig laenger dauert. Wer beim Start schon leicht verwundert war, schien bei der Landung jetzt in heller Panik auszubrechen.

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Gegenueber Luang Prabangs Flughafen wirkt der in Chiang Mai beinahe wie internationaler Grossflughafen, denn arg viel Flugverkehr scheint es hier nicht zu geben. Hier gibts inmitten von viel Staub und Sand ne Landebahn, daneben ein kleiner „Flugzeugparkplatz“, auf dem es keinerlei Markierungen oder Abstellplaetze gibt und es wirt, als dass man „halt irgendwie parkt, ohne die zwei anderen Fliegerchen einzuparken“. Das Terminal koennte von der Groesse und Bauform von aussen betrachtet genausogut ein groesseres Luxusrestaurant sein, oder so. Jedenfalls etwas komplett anderes als was man als Bild im Kopf hat wenn man „International Airport“ liest. Es gibt einen einzigen Visa-on-arrival-Schalter, an dem sich nun das komplette Flugzeug sammelt, sowie zwei kleine Holzhauschen fuer die Passkontrolle: eins fuer Laoten und Thais, eins fuer den Rest. Ist man nach halbstuendigem Schlange stehen fuer das Visum da durch, wartet der Flughafen mit ganz genau einem einzigen, grob zehn Meter langem Gepaeckband auf. Arg viel Trubel scheints hier alllerdings nie zu geben, dafuer sorgen die Kollegen von der Visumvergabe zuverlaessig. Bis man sein Visum und Stempel hat, hat selbst hier in Laos schon lange ein Flughafenmitarbeiter alles Gepaeck vom Band geraumt und das Band abgeschalten. Die Ankunfts- und Abflugtafeln in der „grossen“ Eingangshalle sind von Hand mit weisser Farbe auf blau bemalte Holztafeln geschrieben, und wenn man davon zu fasziniert ist und ein paar Schritte am Ausgang vorbeigeht, dann findet man sich so wie ich ploetzlich direkt vor einem der beiden Checkin-Schalter wieder. Ziemlich niedlich hier alles, und erinnert mehr an Kinderspiel als an Flughafen.

In Luang Prabang lautete meine Mission erstmal „finde Deine Reisegruppe“. Ich kannte den Namen vom Guesthouse, aber so wirklich einfach ist das trotzdem nicht. Es gibt einfach so viele davon, und selbst wenn man grob in der Richtigen Ecke ist und versucht sich herumzufragen bleibt es reiner Zufall, ob man nun das findet was man sucht, oder wie in meinem Fall eben nicht. Zuhause hoer ich oefter mal die (wohl meist eher rethorisch gemeinte) Frage „was wuerden wir nur ohne Handys tun?“ oder so. Nun, jetzt habe ich definitiv eine Antwort darauf: erstmal n anderes Guesthouse suchen, das Gepaeck loswerden und die Misson auf spaeter verschieben.

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Die Guesthouse-Suche habe dafuer extrem vereinfacht. Vorbei am Dara-Market, vorbei am Friseursalon mit dem schwulen Laoten, vorbei am indischen Restaurant, beim Kreisverkehr rechts abbiegen und nach ein paar Metern war ich wieder genau da, wo ich das letzte mal auch gewohnt habe. Irgendwie steht Mensch eben doch auf gewohntes, zumindest manchmal. Ich war allerdings ehrlich erstaunt, wie ich das ohne gross drueber nachzudenken und ohne mich auch nur einmal zu verlaufen geschafft habe. Meine Orientierung war noch nie die beste, eigentlich nahezu nicht vorhanden, meine Ambitionen nochmals nach Luang Prabang zu kommen waren das letzte mal ziemlich gering, ich war nichtmal arg lange dan und trotzdem wusste ich noch genau wo ich hin muss. Wo der Markt ist, der Friseur, die Stick-Rice-Frau, der Laden mit der netten Frau und den richtigen Preisen, das Internetcafe und der praktische Bankautomat der im Gegensatz zu den anderen meistens funktioniert. Alles irgendwie noch da in meinem Kopf. Selbst den Nachaufpasser im Guesthouse habe ich wiedererkannt, auch wenn es fuer ihn inzwischen offensichtlich ne gravierende Aenderung gibt. Er schlie schon letztes mal die Nacht ueber direkt hinterm Gittertor im Eingang vom Haus, auf ner Matratze auf dem Boden, unter nem bunten Moskitonetz neben dem kleinen Couchtisch aus Holz, direkt vor der Sitzgelegenheit fuer muede Gaeste am Tag. Er ist im Grunde nur dazu da, zu spaet kommende Gaeste rein zu lassen oder Fruehaufsteher raus zu lassen, und allgemein um eben ein wenig aufzupassen. Waehrend er letztes mal noch alleine da lag, liegt nun ein Maedel nachtsueber mit ihm da. Ob es nun Freundin oder (wahrscheinlicher) Frau ist, das weiss ich nicht. Jedenfalls legt sie sich abends mit ihm schlafen, und morgens nach dem Aufwachen sitzt sie im kleinen Garten direkt vor den Zimmern mit ihrem mp3-Player, sich schminken, ihre Fingernaegel neu bemalen oder einfach nur in die Luft starren und Musik hoeren, waehrend das bis dahin aufgetauchte, restliche Personal vorne am Eingang sitzt, miteinander redet und auf die Chefin wartet. Eine komische Konstellation irgendwie, ich weiss auch nicht so recht was ich von ihr halten soll… sie wirkt herzlich arrogant und oft mehr als nur distanziert, aber ich freu mich irgendwie fuer den netten Nachtaufpasser, der mir irgendwie echt symphatisch geworden ist. Schon das letzte mal. Alles in allem ein komisches Gefuehl, das als Gast zu beobachten. Die werden mich alle mit Sicherheit nicht wieder erkannt haben, dazu war ich definitiv nicht lange genug da. Aber ich erinnere mich genau an die, so ziemlich an jeden einzelnen mit dem ich zu tun hatte, mir fallen Unterschiede auf und ich habe mehr oder minder eine Meinung dazu. Es wirkt irgendwie beinahe schon familiaer, aber eben total einseitig. The BigBrother oder so, ohne danach gefragt zu haben.

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Oh, heute stand mal wieder eine Touristenattraktion auf dem Programm. Zuviel untaetig in Chiang Mai herumgammeln fuer mich, zu viel SlowBoat fuer den verbliebenen Rest der Reisegruppe, der nun irgendwie wieder auf eine Person zusammengeschrumpft ist. Also brauchts ne Idee, man koennte auch Plan dazu sagen, was mit dem Tag anfangen und ein wenig Bewegung mit sich bringt. Nagut, zuviel Bewegung soll man sich ja auch nicht aus dem Stegreif zumuten, also einfach mal an den Fluss laufen, Ausschau nach einem Boot zu den Pac Ou Caves. Man kann auch, wenn man sich wie so oft den Namen nicht so recht merken kann, einfach „Buddha Caves“ dazu sagen. Warum erklaer ich spaeter, zuerstmal gilt es aber, die round about 30km Flussaufwaerts zu kommen, waere ja auch zu schoen fuer die Touristen, wenn man mal eben zu Fuss in zehn Minuten hinkommen und auf das liebe Transportdienstleisterbusiness verzichten koennte. Wobei wir beim Thema waeren. Am Fluss gibts natuerlich viele viele fleissige Laoten, die im Besitz eines Bootes sind und nur darauf warten, dem Tourismus als solches eine gute Tat zu tun und gerade mal zum Selbstkostenpreis mit einem laecheln auf dem Gesicht Touristen dahin zu bringen, ihnen den Weg zu zeigen, auf sie zu warten und schlussendlich freudestrahlend und mit einem durch diese gute Tat wohlig warmen Gefuehl in der Magengegend wieder heil in Luang Prabang abzusetzten. Schliesslich haben die ja nichts besseres zu tun und als Buddhisten sollten sie auch generell daran interessiert sein, immer auf der positiven Seite des Karmakontos zu bleiben.
Klar, so laeuft das naturelich nicht. Will ich auch garnicht. Ich wollte einfach nur zu einem vernuenftigen Preis ne dreistuendige Bootstour in ner windigen Nussschale mit Fahrer erwerben, und das zu nem halbwegs und mit zwei zugegniffenen Augen ertraeglichen Preis. Umgerechnete 35 Euro konnte ich mit meinem Gewissen aber keineswegs vereinbaren. Genausowenig wie der grosszuegig angebotene Sonderpreis von umgerechnet 30 Euro. Die spinnen manchmal, die Laoten. Nein, Bootstour ist unter den Umstaenden nicht, war der gemeinsame Beschluss und der naechste Plan, war auf dem Landweg dort hin zu kommen. Geht sowieso schneller, und den Fluss kennen erfahrene Slowboat-Mekong-Experten sowieso gut genug in diesem Eck. Das Ende vom Lied: n gecharterter Sammeltaxi-Pickup, kein TukTuk. Weil wegen auf lange Strecke angenehmer. Davon musste ich mich zwar erst ueberreden lassen, aber auf den letzten 10km, einer Schotterpiste die ihresgleichen sucht und die ich wohl noch nichtmal mit nem Motorroller gern gefahren waere, war ich dann doch ueberzeugt. Schnell unterwegs, stinkt nicht so, haelt an wann immer man will, hat nen freundlichen Fahrer und kostet tutti kompletti 23 Euro. Auch noch nicht der Laoten-Preis, bei weitem nicht, aber Laoten chartern ja auch nicht =D. Nein, so war das vertretbar und wir recht schnell an den Caves. Caves… Ja. Hm. Ne Hoehle in ner Felswand. Darin findet man wohl vermutlich eine der groessten Ansammlungen an Buddha-Statuen (wenn man mal das fuerchterliche Staatsmuseum in Phnom Penh nicht mitrechnet. Die koennten beinahe noch mehr zusammengesammelt haben. Aber das ist ja auch was gaaaaanz anderes.), die man so finden kann. Ja, unhaesslich ist das nicht, zumal es im Gegensatz zu Museen auch wirklich einen reellen, wenn auch eher historischen und nicht mehr ganz brandaktuellen, religioesen Hintergrund hat. Vielleicht hatten wir auch einfach nur Pech, aber unterm Strich wars einfach viel zu ueberlaufen. Zwei ganze Rieseboote mit gefuehrten Touristengruppen haben sich auf ein paar Quadratemeten um und in die Hoehle gequetscht. Dazu, so meine ganz private Meinung, wird die allgemeine Erwartungshaltung der Hoehle gegenueber echt zu hoch geschuert. However, am Ende wars eben n lustiger Ausflug ueber ne boese Schotterpiste, mit nem kleinen Zwischenstopp in nem Dorf das sich urspruenglich wohl mal daruf spezialisiert hat Schlangen zusammen mit Whiskey in Flaschen zu fuellen, heute aber eher von Verkaufsbuden mit dem ueblichen Touristenmarktfuddelwuddel gepraegt wird, ein lustiges Ueberholmanoever von ner Gruppe Arbeitselefanten zwischendurch… Mist. Jetzt hab ich mich voellig in meinem Satzkonstrukt verheddert. However, es war nett. Ein zweites mal werde ich mir aber verkneifen koennen und auch sonst eher wieder versuchen nen Bogen um die „ganz besonderen und ganz besonders grossen“ Attraktionen zu machen. Nicht, dass ich das zum ersten mal lernen wuerde, aber manchmal muss man sich wohl gewisse Dinge einfach immer mal wieder selbst beweisen.

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