Grenzgaenger…

 

Immer noch LuangPrabang. Komisch, als ich das letzte mal hier war haette ich nicht gewusst, was mich jemals nochmals hier her ziehen koennte. Es ist ganz nett, relaxed und fuer Laos extrem einfach und aufgeraeumt alles. Okay, dafuer legt man auch immer und ueberall nen ganzen Batzen extra Kip auf den Tisch, aber in Euros umgerechnet… naja, haelt sich noch so in Grenzen, wenn man ein Auge zudrueckt.
Was mich nun gestern schlussendlich dazu bewegt hat, meinerseits auf einen weiteren Tag Luang Prabang zu plaedieren, das weiss ich also selbst nicht so ganz genau. Zumindest bin ich damit aber mit dieser Idee nicht alleine gewesen, und so war das schnell entschlossen.

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Ein Tag mit gemuetlichem Fruehstueck am Morgen, und dann mit Fahrrad durch die nicht-Altstadt. Ein wenig raus aus der Tourismus-Maschinerie, das andere Luang Prabang sehen, oder so. Also irgendwie dann doch auch wieder nicht Luang Prabang =)
However, es tat gut sich mal wieder zu bewegen, und es tat auch gut mal wieder aus den ueberlaufenen Ecken herauszukommen. Ein wenig frische Luft, ein wenig den Kreislauf in Schwung gebracht und ich liess mich sogar zu nem Ansatz von Tempelbesichtigung motivieren. Es geschehen wirklich manchmal noch Wunder, oder so.
Aber auch in Luang Prabang ist es nicht anders als sonst irgendwo in Laos wo sich Touristen ansammeln. Es gibt das Zentrum, in dem alles schoen aufgeraeumt, ja beinahe schon europaeisch wirkt, dann geht es ein paar Gehminuten dahinter schon los mit dem „ganz normalen Asiatischen Chaos“, das jetzt vielleicht leicht negativ klingt, aber ueberhaupt nicht so gemeint sein soll. Es ist lediglich die Grenze, nachdem das komplette Erscheinungsbild von „fuer westliche Touristen angepasst“, mit frei begehbaren Gehwegen, Muelleimern an so ziemlich jeder Strassenecke, schnieken Restaurants und herausgeputzten Cafes, immer frisch gestrichenen Fassaden und gekehrten Strassen, sich ploetzlich veraendert und die Gehwege mit Motorrollern und Vekaufsbuden zugestellt werden, Muell nicht im Muelleimer sondern in der Gosse liegt bis ihn irgendwer irgendwann mal wegkehrt, Fassaden mit abblaetternder Farbe glaenzen und Restaurants auf der Strasse auf keinen Plastiktischen mit bunten Plastikhockern servieren. Eine komplett andere Welt, ich wuerde sagen die „echtere“, zumindest hier in Laos. irgendwann spaeter kommt dann noch so eine Grenze, aber meistens erreicht man die zu Fuss nicht mehr. Wenn die Stadt als solches langsam uebergeht in etwas, das mehr an ein Dorf erinnert, die Haeuser nicht mehr gemauert oder betoniert sind sondern Holzgestellemit Bambusmattenwaenden auf langen Stelzen sind, Huehner auf der Strasse scharren, alles ein wenig durch den Staub der Strasse braun-roetlich eingefaerbt ist und man den naechsten Bueffel auch nicht lange suchen muss, dann hat man noch so eine Grenze gefunden. Hier ist es ratsam, wenn man bereits seine Wasserflasche fuer die naechsten Stunden bei sich hat, denn es koennte (es muss nicht, aber koennte…) sein, dass der naechste Shop auf sich warten laesst. Oder man ihn einfach zufaellig nicht findet.
Wobei, da faellt mir gerade ein… es gibt da nochmal so eine Grenze, die sich oft mit dieser Stadt-Dorf-Grenze deckt, oder zumindest nicht weit weg davon ist. Irgendwann findet man keine verirrten Touristen mehr, keine Schal-und-Souvenier-und-Postkarten-Verkaufsbuden mehr (wobei sich deren genaues Angebot natuerlich oertlich unterscheiden kann, iss klar. Ich glaub soviel Schalzeug wie in Nord-Thailand und Nord-Laos hab ich sonst nur stellenweise in Indien gefunden…) und, das eindeutige Zeichen dass man diese Grenze dann gefunden hat: kleine Kinder fangen am Strassenrand oder auf einem entgegenkommenden Fahrraedern an zu strahlen, zu winken dass man beinahe Angst hat sie koennten dabei das Gleichgewicht verlieren und umkippen und laut „sabaidee“ zu rufen. Auch die haben wir gefunden, aber irgendwie erstaunlich nahe dran an Luang Prabang, find ich. Es war lediglich eine kleine Strasse, die paralell mit vielleicht 300 Metern Abstand zur Haupt- bzw. Landstrasse verlaueft, auf der man zu den Pak Ou Caves kommt. Lerne: diese Grenzen verlaufen ziemlich ueberaschend komisch, manchmal.
Achja, es gibt da noch eine, die habe ich jetzt unterschlagen und an dem Tag auch nicht gefunden: irgendwann gibts kein „sabaidee“ mehr, sondern nur noch unglaubiges starren. Was ich von der Grenze halten soll, das weiss ich bis heute selbst noch nicht. Allzu oft habe ich sie noch nicht gefunden.

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Morgen gehts erstmal, auch das ist fuer mich eine Art Grenze, nach Vang Vieng. Ein Ort, an den ich unter normalen Reiseumstaenden alleine niemalsnicht gelandet waere. Diesesmal ist eben immernoch einiges anders als sonst. Ach, aber ein klein wenig samesame wirds doch auch wieder: ich habe heute mit Haenden und Fuessen gestikulierend wieder ein Sticky-Ricke-Koerbchen erstanden, habe es diesesmal vom Sticky-Rice-Mann der Sicky-Rice-Frau auffuellen lassen, immernoch an der selben Stelle auf dem Markt wie letztes mal, immernoch der selbe Stand und funktioniert immernoch komplett nonverbal. Ein klitzekleinwenig kommen sie zurueck, die normalen Reisegewohnheiten, zumindest hier. Vang Vieng wird dahingehend sicherlich n herber Rueckschlag, wenn man das so sehen mag =D

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