mal was neues, oder doch nicht?

 

Gestern gings wie geplant… halt, „Plan“ ist das falsche Wort… Gestern gings an den Ort, der mir als einziges durch den Kopf ging. Von einem Plan zu reden waere tatsaechlich voellig uebertrieben, denn der einzige Plan den ich die letzten Tage geschmiedet habe, war Vang Vieng zu verlassen. Streng genommen fuehl ich mich immer noch reichlich unmotiviert, von daher bin ich gestern wirklich lediglich an den einzigen Ort aufgebrochen, von dem ich dachte er koennte der richtige fuer mich und jetzt im Momet sein. Und so bin ich gestern Vormittag einfach los, ein Busticket nach Tha Khaek kaufen. Schon wieder „VIP“, und so langsam mache ich mir ehrlich Gedanken um meine Reisegrundsaetze. Jetzt, da ich definitiv wieder komplett kompromissbefreit alleine reise, ist das eigentlich das falsche Label. Trotzdem, der „local bus“ faeht morgens einmal um drei, um vier und um fuenf. Danach nicht mehr… Nein, „VIP“ klingt fuer mich unter den Umstaenden super, wenn es die einzige Moeglichkeit ist Mittags um zwoelf aufzubrechen. Und, surprise, surprise: man kann es diesesmal fast als VIP durchgehen lassen. Auch hier war ein pick up am Guesthouse und der Transport zur Busstation inclusive (vielleicht, so zur allgemeinen Erklaerung, sollte ich mal fuer nicht-Laos-bereiste erwaehnen, dass hier Busstationen eine ziemlich miese Erfindung sind. Wenn man per Bus zum Beispiel nach Vientiane faehrt, dann bedeutet das noch lange nicht, dass man auch innerhalb von Vientiane ankommt. Busstationen liegen gerne ausserhalb, an den „grossen“ Strassen und es bedeutet noch lange nicht, dass das in zu Fuss ueberwindbarem Abstand zum eigentlichen Ziel liegt. Ob das nun so gebaut wurde, um die Staedte frei von monstroesen Ueberlandbussen zu halten, oder um den lieben Transportdienstleistern mit den TukTuks einen Gefallen zu tun, darueber streiten sich die Geister. Fakt ist jedenfalls, dass man als local darunter kaum leidet, weil die letzten Kilometer nur kleine Betraege kosten, waehrend die auslaendischen Touristen voellig der Preiswillkuer der TukTuk-Fahrer ausgeliefert sind. So als konkretes Beispiel zahlt man fuer nen „VIP“-Bus von Vang Vieng nach Luang Prabang 45000 Kip und faehrt… naja, grob vier Stunden. Die letzten zehn Minuten per Kleinbus in die Stadt kosten dafuer nochbmal voellig unverjaeltnissmaessige 20000 Kip extra), und das was dann da gewartet hat war wirklich okay: es war zwar auch einer dieser mOnstroesen Busse in der doppelten Hoehe eines normalen Busses, wie ich sie schon oefter hier erleben musste/dufte, aber er war relativ neu. Dass er aussen mit nem riesigen Unterwasserlandschafts-Airbrush verziert war, dessen highlight und eyecatcher ne ueberdimensional grosse pinke Meerjungfrau war, hat mich nicht so sonderlich beeinfruckt, dafuer aber die Tatsache dass ich zwei Sitze mit ordentlich Beinfreiheit ganz allein fuer mich beanspruchen konnte. Die Linie VientianeTha Khaek scheint derzeit noch nciht sonderlich gefragt zu sein, und relativ neu dazu. Das Guidebook mit dem grossen L weiss zumindest nichts davon und erzaehlt einem gerne Schauergeschichten ueber Busse, die nach Pakse durchfahren und einen mitten in der Nacht in Tha Khaek erauswerfen koennten. Apropos Guidebook mit dem „L“… Aus purer Not habe ich im uebrigen in Chiang Mai die letzten Tage dort noch versucht, eines fuer Laos zui erstehen. Billige Kopie, bessere Kopie oder ein gebrauchtes Original, ich war am Ende voellig ambitionslos, aber trotzdem komplett ohne Erfolg. Ich habe mich dann fuer deren grosse Konkurrenz mit dem grossen „R“ entschieden, immerhin schimpfe ich ja auch gerne ueber das „L“ und dachte ich versuche mal ne Alternative. Kurzum: zukuenftig versuche ich, moeglichst nicht mehr ueber das „L“ zu schimpfen, denn es geht noch um einiges uninformativer und unbrauchbarer. Aber das nur meine ganz persoenliche, private Meinung nachdem ich gestern das mir schon vom letzten mal bekannte „L“ nochmal gekauft und neben das „R“ gehalten habe…

Wo war ich? Achja, Busfahrt mit der rosanen Meerjungfrau. Alles gut und recht, aber auch Meerjungfrauen und relativ neue Busse scheinen nichts gegen den laotischen Wahnsinn ausrichten zu koennen. Wenn der Bus schonmal zuverlaessig erscheint, die Strassen relativ gut sind, man puenklich losfaehrt und guiter Dinge ist… Was soll auch anderes passieren als dass man ungelogene zwei mal anhaelt, der Fahrer in ner Werkzeugkiste kramt und der Busbegleiter unter dem Bus liegt? Eigentlich wars schon viel zu vorhersehbar, weswegen ich mich noch nichtmal wundern konnte. Mit derart ungeplanten Pausen wars natuerlich auch nur logisch, dass auch diesesmal irgeneine wohl hoehere Macht dafuer gesorgt hat, dass auch dieser Busfahrplan niemals eingehalten werden konnte. However, seelisch und moralisch hatte ich mich durchaus schon damit abgefunden, mal wieder mitten in der Nacht anzukommen. Allemal besser, als mitten in der Nacht loszufahren. Genausowenig war es verwunderlich, dass die Busstation mal wieder knapp vier Kilometer ausserhalb von Tha Khaek liegt und die leiben Transportdienstleister wirken, als haetten sie nur auf uns gewartet. So langsam gewoehne mich an den Gedanken, und rechne das Umsteigen und die zusaetzlichen 20000 Kip genauso mit in die Fahrt ein wie die Verspaetung. Ob das wohl ein Fehler ist? Immerhin besteht die Moeglichkeit, dass auch dieser gedanklich modifizierte Busfahrplan demnaechst genau so an Wert verliert wie die unmodifizierten. Wieauchimmer, meckern hilft hier nichts. Augen zu, und warten bis es (wann auch immer) vorbei ist ist und bleibt der beste Plan.

140828_1000

In Tha Khaek hatte ich kurzfristig Probleme zu erkennen, dass wir tatsaechlich angekommen sind. Der Bus fuhr auf einen Busbahnhof, so ziemlich der groesste den ich bislang in Laos gesehen habe, und mir kam gleich alles so baknnt vor. Die Haltestelle selbst, die Shops daneben, die merkwuerdigen „Guesthouses“, die Massagesalongs mit den leicht bekleideten und stark geschminkten Maedels ausserhalb der Busstation genauso wie die Karaokebars, die sich rund um diese Haltestelle, die mehr eine Rastation ist angesammelt haben. Das letzte mal habe ich den Ort halbverschlafen mitten in der Nacht auf dem Weg von Pakse nach Vientiane gesehen, und damals haben wir dort fuer eine Pause gehalten. Definitiv eine Raststaette in meinem Kopf, wollte mir erst nicht so recht klar werden, dass das was ich da letztes mal gesehen habe die Busstation von Tha Khaek und diesesmal die Endstation von meinem Bus ist. Erst als der Busbegleiter angefangen hat, das ganze komplette Gepaeck auf dem Bus auszuladen wurde mir so langsam klar, dass hier wohl Tha Khaek irgendwo sein muss. Knapp vier Kilometer entfernt versteht sich, aber trotzdem Endstation.

In Tha Khaek gibt es einen vom lieben Guidebook mit dem „L“ beinahe verdaechtig oft gelobten Ort, der sowohl als Unterkunft, als Motorrollerverleih und als Informationsquelle fuer deren beworbende Motorrollerundtour angepriesen wird. Komisch, dass mit Ausnahme von drei Personen alle genau dort hin wollten… Meine Spontane Entscheidung? Ne, das kann nur der falsche Ort sein. Zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, quasi komplett abgeschnitten von jeglicher brauchbaren Infrastruktur war das erstmal definitiv nicht der Ort, an dem ich sein wollte und entschied mich spontan fuer die etwas teurere Ecke direkt am Mekong. Flussblick und Sicht auf Thailand, ich weiss nicht warum, aber das hat mich mehr gereizt.
Mein verzweifelter Versuch, die wohl standardisierten 20000 Kip fuers TukTuk von der Busstation weg herunterzuhandeln, endete auch in einerf schraegen Geschichte. Ich habe es ehrlich versucht, aber der Fahrer war mal wieder absolut nicht bereit, auch nur minimal Handlungsspielraum zu zeigen. Kurz vor er boese wurde, habe ich daher aufgehoert, aber er liess es sich nciht nehmen hinter sich auf eine Laotin zu zeigen, mit dem O-Ton Kommentar „Lao People same same, 20000 Kip!“. Dass diese vermeintliche Laotin dann unerwegs angefangen hat, mit dem falang der ihr gegenueber sass zu reden, haette die Luege noch nicht zwangsweise auffliegen lassen. Immerhin gibt es vermutlich auch in Laos gewisse Konstellationen zwischen locals und Touries, die sowas begruenden koennten. Dass die gute Frau das allerdings in beinahe perfektem deutsch getan hat, fand ich dann schon reichlich spassig. Spaetestens die Eheringe an deren Haenden waren nach diesem ersten Indiz fuer mich derf Beweis, dass es wohl wirklich kein mieseres Volk als TukTukFahrer geben kann. Aber was ist an dieser Erkentniss schon wirklich neu?

141275_original

Mein heutiger Tag war im Vergleich dagegen reichlich ereignisslos. So richtig die Muse hatte ich beim aufstehen noch nicht, aufzubrechen. Die Rollervermietungen in der Stadt scheinen alle nur entweder uralte heruntergewirtschaftete oder brandneue Roller zu vermieten, was mir beides irgendwie suspekt erscheint. Dass keiner von denen an den vermieteten Rollern ein Nummernschild dran hat, mag zwar fuer Laoten nicht unbedingt ein Problem sein, aber als Tourist mag ich dieses Experiment nicht wagen. Ob ich nun also morgen zur vom „L“ so hoch gelobten Rollervermietung aufbreche, einfach per Bus in die naechste Stadt im sueden aufbreche und dort mein Glueck aufs neue versuche, oder gar doch kurzentschlossen die Fahere nach Thailand rueber nehme… Ich weiss es schlichtweg nicht.
Ich habe heute schon einen Tag mit nichtstun verbracht. Okax, ich habe ein paar Texte in meinem Blog gepostet, was bei der laotischen Internetgeschwindigkeit beinahe laenger dauert als sie zu schreiben und dabei bei zwei verschiedenen Anlaeufen die Geduld nach zwei Eintraegen verloren. Ein paar andere Einraege habe ich noch erst geschrieben, was mir gerade wie kleine Zeitreise durch die letzten Tage vorkommt. Ich habe mal wieder viel gegessen und ein wenig gelesen. Alles in allem nichts, was meine Lustlosigkeit in irgendeiner Art und Weise verbessert oder veraendert haette. Was auch immer es sein mag, morgen ist Zeit fuer Veraenderung.

141697_original

141519_original

to see a path or map at this place, JavaScript needs to be enabled.
Wie hat Dir dieser Eintrag gefallen?
Die Daten zu diesem Eintrag: