gehe zurueck auf Los…

 

Heute fuehl ich mich schon reichlich vom Universum gemobbt. Es kann doch nicht nur ein Zufall sein, dass ich mit der hohen Tendenz mir nun doch nen Roller zu mieten schlafen gehe, was so nebenbei noch fuer ne reichlich lange schlaflose Entscheidungsfindungsphase letzte Nacht gesorgt hat, und heute morgen beim aufwachen schon dieses komisch verdaechtige Geraeusch hoere. Das Geraeusch, das saemtliche Outdoor-Plaene ruecksichtslos zunichte machen, einem jegliche gute Laune stehlen kann und schiesslich durch einen Blick aus dem Fenster nur bestaetigt wurde: es regnet.
Was auch immer mit dem Wetter in Asien ganz genau faul ist, dieses Jahr ist ein wirklich komisches Wetterjahr. Habe ich nicht vor gut nem halben Jahr schon festgestellt, dass da irgendwas nicht stimmen kann? However, wirklich geaendert bzw verbessert hat sich das bis dato nicht. Regen… Ich kanns immernoch kaum glauben. Also, ganz spontan die Optionen durchgegangen; Roller mieten: zu nass fuer, weiter in die naechst suedlichere Stadt und dort das Rollerglueck erneut versuchen: zu risikoreich denn da regnets garantiert auch, per Faehre ueber den Fluss nach Thailand: klingt nach der einzig brauchbaren Option. Auch wenn es bedeutet, dass ich nochmal aus Thailand raus muss (bei Einreise ueber Land darf man bloederweise nur 14 Tage bleiben) und auch weiters noch keine Idee hab, was ich dort tun soll ausser weit zu fluchten und auf Sonnenschein zu hoffen. Okay, noch eine theoretische Option waere senkrecht auf der Karten nach unten reisen, in Pakse einmal umsteigen, an Don Det vorbei, nach Kambodscha, vorbei an Stung Treng, nach Phnom Penh. Nochmal umsteigen in einen Bus noch weiter in den Sueden, bis ich auf die Kueste stosse. Aber: round about drei komplette Tage im Bus? Neee, muss nich.
Also doch, auf nach Thailand. Bedeutet einmal aus dem lustigen Hotel raus in dem ich gewohnt hab, rechts 200 Meter die Strasse entlang, Pass stempeln lassen, Nusschale ueber den Mekong fahren, nochmal stempeln und haaaaaallo Thailand! Zumindest theoretisch. Praktisch auch, aber nur vor einiger Zeit, als das Auslaender noch durften. Heute musste ich erfahren, dass die Gernze nur noch fuer Thais und Laoten offen ist weils irgendwo in der Naehe ne neu gebaute Bruecke ueber den Mekong mit schnieke Zollstation geben soll. Natuerlich sollen die falangs gefaelligst genau diese benutzen, damit deren Erbauung nicht voellig umsonst war, oder so. Mobbing. Eindeutig. Wer auch immer dafuer verantwortlich ist, das heute ist nichts anderes als mobbing an meiner Person. Irgendjemand will nicht, dass ich in Laos bleibe, hat aber gleichzeitig was dagegen dass ich nach Thailand fluechte, und die Visumsbestimmungen verhindern die Flucht nach Vietnam kategorisch, denn das Visum muesste ich vorab schon im Pass haben um einreisen zu duerfen. Hmpf. Ich wuerde mich ja echt geschlagen geben, und einfach dieser mobbenden Gewalt nachgeben und mich ihrem Willen beugen, aber ohne offensichtliche Ausweichsoption faellt mir schwer diesen zu deuten.
Gut, hilft alles nichts, TukTuk fahren und an die Busstation, auf anderem Wege gehts aus diesem Tha Khaek – Nest offensichtlich nicht mehr weg. Nochmal tief durchatmen, drueber nachdenken was jetzt die Sinnvollste Richtung ist und voellig verzweifelt einfach ein Busticket auf die andere Flussseite buchen. Prima, die Strecke die man mit ner Nusschale in wohl 10min quer drueber locker ueberqueren koennte, fuehrt nun im Bus erstmal ne knappe halbe Stunde Flussaufwaerts, dann ueber diese tolle neue Bruecke, deren Zollbeamten fuer ne Busladung Leute auch nochmal ne halbe Stunde brauchen, dann gehts natuerlich nochmal ne knappe halbe Stunde auf der anderen Seite wieder flussabwaerts, bevor man feststellt, dass man in gut eineinhalb Stunden nur wenige Meter Luftlinie ueberbrueckt hat: genau einmal quer uebern Fluss drueber. Ich mag diese tollen „Friendship Bridge“ genannten Einrichtungen irgendwie nicht.

Die Stadt auf der thailaendischen Seite des Mekong hat uebrigens den wunderbaren Namen „Nakhon Panom“, und scheint ausser einer Busstation nichts spannendes zu bieten. Dafuer hat die gewisses Spasspotential, denn Ticketkauf wird in reiner Thai-Beschriftung zum kleinen Abenteuer. Weil ich weder so wirklich wusste wo ich hin will, noch wohin die Busse hier eigentlich fahren, noch sonderlich weit mit englisch komme war die ganz spontane Entscheidung: ich gehe zurueck auf Los. Vielleicht keine allzu schlechte Idee, einfach nochmal anzufangen. Das Wort „Bangkok“ ist jedenfalls den Tickentverkaeferinnen hier als solches bekannt, dass ich weder VIP noch first Class fahren will haben wir auch noch kommuniziert bekommen, genauso wie den Preis von mir irgendwie stolz vorkommenden 460 Baht, und nun sitze ich in einem local-Bus der qualitativ an laotische Touristenbusse locker hinkommt, warte auf die Abfahrt und bin mal gespannt, wie lange die Fahrt dauern wird. Das aus der Ticketverkaeuferin herauszubekommen war naemlich irgendwie nichtmehr moeglich.

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