back in Bangkok again

 

okay, noch ganz kurz zur Busfahrt gestern: ich wurde nochmal umgesetzt in einen anderen Bus, musste nochmal warten und irgendwann gings dann tatsaechlich los. Knapp dreizehn Stunden hat der Spass gedauert, bis ich iiirgendwo in Bangkok auf wasauchimmer fuer einer Busstation angekommen bin. Arg schimpfen will ich diesesmal aber nicht, es war ein local-Bus zweiter Klasse, und dafuer war das alles erstaunlich super.
Zurueck zu Bankok, noch ein kleiner Seitenhieb auf Laos zwei-Euro-Standard-Tourie-TukTuk an jeder Busstation: Die thailaendische Version heute war ziemlich genau zehn Kilometer von der KaoSan, dem ueblichen Ziel in Bangkok entfernt. Das hat zumindest das Taxameter meines hochkomfortablen Privattransports so gemessen. Darunter standen gerade mal knapp hundert Baht, also keine zwei Euro fuenfzig. Weiters bleibt das Thema nun nun aber wirklich unkommentiert.

Gegen halb sieben am Morgen hat mich also ein Taxi an der Kao San abgesetzt. Ich bin einmal der laenge nach durchgelaufen, und fand das was ich dort gesehen habe einfach irgendwie nur… schraeg. Ich glaub, das ist das einzige Wort, das mir einfaellt mit dem man den Anblick von den letzten Alkohol-Halbleichen, die im Slalom zwischen definitiv-Ladyboys, vielleicht-Ladyboys, verzweifelten Bettlern und obendrauf Moenchen auf Almosenrunde herumtorkeln, waehrend es zwischendrin Shopbetreiberinnen es tatsaechlich hochernst und mit tiefster Hingabe schaffen, den Moenchen ihre Almosen anzubieten und kurz daneben fleissige Reinemachefrauen die groebsten Anzeichen fuer eine vermutlich ganz normale Kao-San-Nacht wegfegen. Hier vermutlich ganz normal, aber das ist ja auch das absolute Zentrum des Bangkok-Irrenhauses. Obwohl… es gibt deren wohl drei: Kao San, Patpong und Shukkhumvit(oder gar noch mehr?), die alle auf ihre eigene Weise… aber das ist ein anderes Thema. Die Almosenrunde durch die KaoSan zu drehen muessen ist wohl eine der schlimmsten Bestrafungen, die man einem Moench in Bangkok auferlegen kann, vermute ich so ganz persoenlich.
Nach diesem schraegen Schauspiel zog es mich erstmal dahin, wo ich seit meinem ersten Bangkok-Besuch irgendwie jedes mal irgendwie gelandet bin: ein kleines Guesthouse, 10 Minuten zu Fuss entfernt vom KaoSan-Wahnsinn, beinahe schon idyllisch und ruhig gelegen an einer Hauptstrassen die am Santichaiprakarn Park (keine Panik, das weiss ich nicht auswendig und musste gerade selbst abschreiben =D) liegt. Die schlechte Nachricht? Hauptsaison, ausgebucht. Aber es wird wohl ein Zimmer frei, spaetestens um zwoelf. Soviel konnte ich in Erfahrung bringen. Was auch immer mich getrieben hat ner Reservierung fuer ein um zwoelf erst frei werdendes und im Anschluss noch zu putzendes Zimmer zuzustimmen (ich glaube ja, das war schlichtweg ne manchmal ungesunde Mischung aus Gewohnheit, Faulheit zu suchen und allmorgendliche Verwirrtheit)… gegen zehn Uhr, also so ziemlich genau nach dem zweiten Fruehstueck aus reiner Langeweile, als alles an das ich noch denken konnte ne Dusche und das Nachholen des aus dem Bus fehlenden Schlafs war, habe ich diese Entscheidung definitiv bereut. Mein Rucksack stand schon im reservierten Guesthouse mitsamt meinem Waschzeug darin, aber was hilft das schon wenn das Zimmer auf das ich warte nicht zufaellig schon frei ist und die innersten Grundbeduerfnisse schon lange anfangen haben laut zu schreien? Eben, mal so ueberhaupt rein garnichts. Die einzige Loesung fuer dieses Problem: im 7eleven Seife kaufen und ein Uebergangszimmer suchen. Deswegen bin ich jetzt aktuell stolzer (und zugegeben, auch dekadenter) Nutzer von gleich zwei Zimmern, zentral in Bangkok zur Hauptsaison: ein schoenes in nettem Ambiente, auf das es sich zu warten irgendwie immer noch gelohnt hat. Es bietet zwar nur ein einfaches Zimmer mit Ventilator und bequemem Bett, sowie Gemeinschaftsbad auf dem Flur, aber auch irgendwie unerklaerlichen Wohlfuehlfaktor. Daneben gibts noch ein billiges in einem Rattenloch, das ueberraschenderweise mit eigenem Bad, Fernseherher und Klimaanlage aufwarten kann. Dafuer ist das Bett unbequem, das Bad so klein dass man sich wortwoertlich ueber dem Klo duschen muss, die Klimaanlage kennt nur „an bei 24-gefuehlten-Kuehlschrank-Grad“ und „aus“ und so nebenbei hab ich selten so unfreundliche Leute erlebt wie da. Ich wollte ja heute Nachmittag schon wieder auschecken, aber die Idee mit zwei Zimmern find ich irgendwie… auch schraeg. Ich habs denen einfach nicht gegoennt, dass sie es am Nachmittag gleich ein zweites mal zum vollen Tagessatz vermieten koennen.

Als ich nach meinem kleinen Mittagsschlaefchen wieder wach war, kam mir so ganz spontan die Idee dass ich mal was ganz neues machen koennte. Zugfahren zum Beispiel, von Bangkok nach Kuala Lumpur. Klingt spannend, und haette so nebenbei mein Visumsproblem mit Thailand elegant geloest. Aber: ich werde immernoch gemobbt. Die naechsten sechs Tage ist kein einziger Platz mehr frei. Nichtmal mehr Sitzwagen oder so, einfach ratzfatz garnix mehr. Waehrend mein Glueck offensichtlich stellenweise besser funktioniert als man das grundsaetzlich erwarten koennte, scheint sich mein Schicksal gegen mich verschworen zu haben. Damit steh ich wieder vor der alten Frage, und bin ideenlos wie bisher: was nun? Nein, eigentlich ergibt sich so langsam eine viel globalere Fragestellung: Was macht man eigentlich, wenn man offensichtlich irgendetwas sucht, aber einfach keine Ahnung hat was es ist? Man koennte einfach blind losrennen und darauf hoffen dass man irgendwann zufaellig dagegenrennt. Man koennte auch einfach warten und hoffen, quasi umgerannt zu werden. Aehnlich wie das wie-finde-ich-eine-bestimmte-Person-in-einer-Menschenmenge-Problem: still stehen und warten bis der andere vorbeikommt auf die Gefahr hin dass er ausgerechnet an dieser einen Stelle nie auftaucht, oder im Kreis herumrennen, auf die Gefahr dass man sich nicht findet weil man mit konstantem Abstand quasi in die gleiche Richtung rennt. Und wenn es dann, um nochmal auf das umrennen-Thema zurueck zu kommen, auf welche Art auch immer zu einer Kollision kommen mag, wie kann man sicher sein dann auch zufaellig das gefunden zu haben, von dem man nie wusste dass man es gesucht hat? Ohje, das liest sich jetzt, wie wenn ich auf schlimmen Drogen waere =D. Neinnein, alles gut, ich bin nur unentschlossen. Das ist alles.

Ansonsten, um wieder auf untheoretischere Themen zureuck zu kommen, bin ich heute vom Bahnhof per U-Bahn und Skytrain gen Shoppingcenteransammlung gefahren. So ganz nebenbei, ich warte ja sehnlichst darauf dass entweder U-Bahn oder Skytrain endlich mal ne Haltestelle in KaoSan-Naehe bekommt. Das wuerde urploetzlich dafuer sorgen, dass mir hier viel zu viele TukTuks viel zu oft auf den Geist gehen. Aber ehrlich, eigentlich glaub ich nicht daran, dass es jemals so weit kommen wird. Einerseits haette die TukTuk-Maffia was dagegen, und andererseits sind glaub alle in Bangkok froh, wenn die irren falangs nicht voellig unkontrollierbar mobil werden und schoen da bleiben wo sie sind, oder so. Zurueck zur Shoppingcenterecke. Oder auch nicht. Eigentlich ist es unspaektakulaer. Im Grunde waere es auch schon laengst langweilig, wenn ich nicht irgenwann mal auf der anderen Strassenseite in etwas gelandet waere, was nach wie vor irgendwie groesstenteils von Bankoks Teenies nach der Schule heimgesucht werden wuerde. Versteckt hinter der ersten Hausserfassade findet sich hier ein ganzer Haeuserblock mitsamt eigenem Markt und eigenem „Shoppingplaza“ (der sich nach aussen als Nebeneingang zum MBK tarnt), der darauf ausgelebt ist, Thai-Teens Geld zu entlocken. Gut, das breite Sortiment an Schuluniformen lass ich da immer genau so aus wie die Friseursalons, Nagelstudios, Botoxbuden (ja, wirklich!), Drogerien und Billigschmucklaeden. Dazwischen gibts aber viel kreatives, guenstiges und nichtmal schlechtes Textilzeug, Essen, Kaffee und ganz viel Krimskrams. Kein Ort, um sich totzushoppen, aber irgendwie immer wieder spannend dort verloren zu gehen. Man sollte sich nur bemuehen da zu sein, vor allgemein die Schulen aus sind, denn dann wirds unertraeglich ;)

Und komischerweise, obwohl ich nicht wusste was tun, war dieser Tag ploetzlich schneller vorbei als gewollt, es war dunkel, der Feierabendverkehr hat alle Strassen verstopft, ich war weit weg vom Guesthouse (das zum wirklich dort wohnen) und hatte noch nichtmal eingecheckt. Die Geschichte SkyTrain zum Fluss und per Boot weiter habe ich erstmal gemieden. Ist zwar guenstig, aber dauert auch gefuehlt ewig. Zu ewig. Die Taxifahrer haben mich allerdings allesamt ausgelacht, die fanden die Idee voellig wahnsinnig in diesem Verkehrschaos von dort wo ich war nach dahin wo ich wollte zu fahren. Das definitive und absolut eindeutige Anzeichen, dass die Strassen alle dicht sind. Also doch Skytrain, zuerstmal an den Fluss. Auch das kann bei Berufsverkehr n Horror sein, und so hatte ich wenig Ambition direkt in die lange Schlange am Bootsanleger zu stehen, und Hunger hatte ich auch. Also ein paar Meter weg vom Fluss, einmal links abbiegen und Essen suche. Dadurch hab ich einen Haeuserblock weiter den Anfang eines lustigen Nachtmarkts fuer Haushaltswaren und so entdeckt. Einmal abgelenkt, viel gegessen und natuerlich glatt verlaufen. Keine Ahnung mehr wo der Fluss liegt, die Strassen immernoch verstopft, hatte ich so spontan erstmal keine gute Idee. Solange, bis ich mir die Strasse nochmals genau angesehen habem.. klar, Motorroller ist die Loesung! Ich kann es kaum fassen, dass ich erst heute auf die Idee gekommen bin Motorrollertaxi zu fahren. Berufsverkehr ist da kein Problem, die schlaengeln sich einfach an stehenden Autos vorbei, stehen an jeder roten Ampel immer ganz vorne und haben dadurch wenns gruen wird erstmal freie Fahrt. Okay, hat zwar etwas mehr Abenteuer- und Adrenalinfaktor als andere Transportmittel, aber im Grunde braucht man keine Angst zu haben. Die Jungs sind Vollprofis, transportieren gerne mal ne halbe Familie inklusive Reisegepaeck auf einem Roller und „ueben“ jeden Tag stundenlang. Gut, sie fahren offensichtlich recht selten fuer Touristen, vielleicht war die Sprachbarriere bisher ein Grund dass ich es nie versucht habe, aber seit ich mir angewoehnt habe fuer Taxifahrer markante Orte oder Schilder in Thai zu fotografieren um damit zu beschreiben wo ich hin will, ist das auch kein Thema mehr. Der einzige Nachteil ist momentan: ich habe keine Idee, was sowas kosten sollte. 100 Baht war der aufgerufene Preis zu meinem Guesthouse, was mir erstaunlich viel vorkam. Als ich aber auf dem Roller sass und erkannt habe, dass ich mich komplett vom Guesthouse weg verlaufen habe und er echt durch die halbe Innenstadt musste, klang es wieder zumindest fuer mich verhaeltnissmaessig. Mein Fahrer war uebrigens auch witzig, stolz wie Honigkuchenpferd dass er ohne ein Wort englisch zu koennen nen falang durch die Stadt kutschiert (zum angemessenen falang-Preis natuerlich), und gefreut hat er sich obendrauf wie kleines Kind dass ich ihm noch ein paar Baht extra gegeben habe. Macht nichts, denn netten und mit Touries geduldigen Leuten zahl ich gerne mal ein paar Baht mehr. Die freuen sich uebers Geld, ich mich ueber die tolle Hilfe und alle sind happy. TukTuk-Fahrer sollten wohl einfach nur nett, freundlich und geduldig sein denk ich, dann waer das mit denen auch was anderes. Aber wovon traeum ich da… ein absolut absurder Gedanke.

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