Phnom Penh stink einfach irgendwie ;)

 

Seit gestern bin ich nun wieder in Pnomh Penh. Es ist ja nicht so, dass ich mir beim ersten mal nicht vorgenommen haette niemals mehr zurueck zu kommen. Nein, genau deswegen bin ich jetzt schon das dritte mal innerhalb von drei Jahren hier. Auch nach dem letzten mal wars nicht der Plan, nochmal zurueck zu kommen, zumindest niemals allein. Ich habe gelernt, dass Phnom Penh einfach keine Stadt ist, die alleinreisenden irgendwie gefallen koennte. However, ich bin wieder da, auch wenns nur wegen dem schnellsten bzw. kuerzesten Weg an die Suedkueste ist. Und trotz dass das Hotel in dem ich das letzte mal war etwas teuerer ist als mir mein Budget das erlauben wuerde, und obwohl alle guenstigen Zimmer ohne Klimaanlage belegt sind, checke ich genau dort wieder ein. Gewohnheitstier? Erinnerungsjunkie? Faule Socke? Ich weiss es nicht. Von allem vielleicht ein Stueck, trotzdem bereue ich es nicht. Das Hotelpersonal erkennt mich zwar nicht (obwohl ich genau mit der, die mir das Zimmer zeigt und meinen Reisepass kopiert letztes mal nen Ausflug auf den Nachtmarkt und ne komische Jahrmarkt-Insel gemacht habe), aber ich habe mir sagen lassen ein Dreitagebart und Wuschelhaare wuerden aus mir einen komplett anderen Menschen machen. Ich nehm es denen also nicht uebel, und frage einfach nach ob meine Erinnerung da schon die richtige ist. Es hat gedauert, das mag sein. Es gab minutenlanges, unglaeubiges Starren, aber dann auch aus heiterem Himmel wurde es deutlich, dass sie sich an mich erinnern. Sag noch einmal wer, Asiaten haetten kulturell bedingt kein Erinnerungsvermoegen. Ohne das waere ich definitiv nicht in wenigen Minuten vom 0815-Gast wieder zu dem geworden, den man kennt, den man freudlich gruesst, den man zum Essen einlaedt und auf den man besonders aufpasst. Auch die paar Dollars mehr fuers Hotel haben sich damit locker wieder gelohnt.
Thema „Dollar“… ich frage mich so langsam ja echt, wie ein Waehrungskonstrukt wie in Kambodscha funktionieren kann… Man bekommt hier an den Geldautomaten tatsaechlich nur US-Dollar. Es ist nicht so, dass es keine Kambodschanische Waehrung gaebe. Die heisst „Riel“ und wird mit 4000 Riel pro Dollar gehandelt. Naja, eigentlich ein klein wenig mehr, aber das kuemmert hier keinen. However, wenn man irgendetwas kauft, das unter einem Dollar kostet, dann wird nach Riel gefragt. 3000 Riel zum Beispiel. Man kann jetzt auch einfach einen Dollar bezahlen, und bekommt 1000 Riel Wechselgeld. Wirds teurer, wirds noch witziger denn da wird alles in Dollar bepreist. Es kostet irgendwas zum Beispiel 3,50 Dollar. Man bezahlt mit 5. Das Wechselgeld kann jetzt entweder 6000 Riel sein, oder aber 1 Dollar und 2000 Riel, je nach dem was der Verkaeufer in seiner Tasche gerade so findet. Das ist alles irgendwie reichlich verwirrend am Anfang, aber durch den einfachen Kurs handhabbar. Trotzdem stellt sich mir immernoch die Frage, was dieser Spass soll. Warum drucken die nicht einfach ihr eigednes Geld? Und warum haben die USA denn da nichts dagegen, dass deren Geld derart „exportiert“ wird. Und warum, wenn man bedenkt dass Kambodscha so stark von einem USA-Nichtmoeger wie Vietnam unterstuetzt wird (man koennte auch sagen abhaengig ist), haben die denn da nichts dagegen?
In Kambodscha laufen kurmme Geschaefte, auf allen Ebenen. Davon bin ich ueberzeugt. Aber was das Spiel mit dem Dollar soll, das habe ich noch nicht verstanden.

Zurueck zu Phnom Penh. Ich habe bei jedem mal den Eindruck, als waere die Stadt noch ein wenig aufgeraeumter als das letzte mal. Hier ne neue Strasse, da der ganze Block sauberer, dort neue Farbe und ne renovierte Fassade. Andererseits habe ich aber mal wieder das Gefuehl, dass die Anzahl der obdachlosen Frauen mit ihren Strassenkids am Fluss entlang sich grob verdoppelt haben durefte. Genauso sehe ich jedes mal irgendwo am Fluss entlang neue zwielichtige Bars, deren vornedraussen auf „Gesellschaft“ wartende, kambodschanische, ausnahmslos weibliche und ganz ordinaere „Kundschaft“ (klar, was auch sonst wenn die Bar schon so einen unauffaelligen Namen traegt wie „Pussy Cats“, „Beauty Ladies“ oder „69 Bar“) sich beinahe ueberschlagen in Begruessungs- und Einladungsrufen wenn ein Mann es wagt die Strasse vor der Bar alleine entlang zu gehen.
Irgendwie aendert sich diese Stadt rasend schnell, stell ich mal wieder fest. Aber eben leider nicht zu etwasn das mir gefallen wuerde. Es ist und bleibt eine Stadt, die alleinreisenden nicht-Sex-oder-Heiratstouristen irgendwie nichts bietet. Demnach ist es immernoch extrem abhaengig davon, mit wem man hier unterwegs ist. Das letzte mal hatte ich Glueck, diesesmal ziehe ich morgen frueh direkt weiter.

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