heute. wirklich. weg von der Insel. =)

 

Nein, ich bin nicht auf Rabbit Island hängen geblieben. Manchmal ist es eben einfach doch nötig, Entschlüsse zu fassen und sich daran zu halten. Okay, ich gebs ganz ehrlich zu: Es gab schon den Punkt, an dem ich mir überlegt habe ob es wirklich nötig ist, sich den Stress mit der Suche nach dem richtigen Boot anzutun, oder ob die Hängematte nicht die bessere Alternative wäre…
Wie und warum man an nem 250m-Strand nach einem Boot suchen muss, ist erstmal garnicht so offensichtlich. War mir auch keineswegs bewusst, aber es nimmt einen nur eben dieses eine der grob geschätzten zwanzig Boot wieder mit heim, das einen auf der Insel abgesetzt hat. Nachdem man allerdings dem Boot bei der Hinfahrt wenig Beachtung geschenkt hat und zwischen Ankunft und Abfahrt ein paar entspannte Hängemattentage lagen, ist das gar nicht mehr so einfach herauszufinden. Also hilft nur eins: Immer am Strand auf- und ab gehen, jeden nur ansatzweise nach kambodschanischem Bootsmann aussehendem Typen das Ticket unter die Nase halten und um Hilfe bitten. Klar, dass das so auf Anhieb nicht klappt, und man ziemlich unkoordiniert hin- und her rennt (es ist nunmal einfach Asien, hilft alles nix), aber irgendwann darf man dann tatsächlich auf ein Boot gen Festland steigen. Ob das jetzt wirklich das gleiche war, oder ob ich nur allen lange genug auf die Nerven ging dass sie mich endlich loswerden wollten… das war mir herzlich egal =).

 

Eine gefühlte Ewigkeit später stand ich dann grob zwei Kilometer ausserhalb von Kep am Bootsanleger, schon ziemlich fertig vom im Sand auf- und abrennen mit vollem Gepäck und somit willig jeglichem Transportdienstleister so ziemlich jeden Preis zu bezahlen mich zur Bushaltestelle zu fahren. Aber irgendwie ist es immer das gleiche: wollen die mich fahren, will ich nicht. Will ich gefahren werden ist da keiner der mich fahren will. Böse Welt, zwingt mich immer wieder zu ungewollten Gepäckmärschen in der vollen Mittagshitze. Ohne Schatten, versteht sich. Und natürlich überfallen mich nach gut der hälfte der Strecke auf einmal die Typen, über die ich am Bootsanleger noch dankbar gewesen wäre, aber jetzt bin ich schon verschwitzt und unterwegs. Man könnte auch einfach sagen beleidigt und bockig. Wie auch immer man den Grund formulieren mag, hier und jetzt lass ich mich auch nicht mehr fahren und wimmel kurzerhand alle der Reihe nach ab.

149435_original

Der Bus nach Kampot ist dafür schnell gefunden. Es ist ein einfacher local-Bus, in den ich nichts desto Trotz etwas skeptisch einsteige, denn ich bin mir nicht so ganz sicher wie weit deses Kampot denn eigentlich von Kep entfernt liegt. Okay, die Entfernung lässt sich anhand einer Karte grundsätzlich natürlich schon irgendwie abschätzen, aber eine Angabe in Kilometern oder Meilen hat in Asien eben doch nur theoretisch etwas mit der Reiseentfernung zu tun. Da können 30km auch mal zum Halbtagestrip werden und in eine andere Welt führen, während 100km in zwei Stunden zurück gelegt werden können und der Ort beim aussteigen keinen nennenswerten Unterschied zum Abfahrtsort erkennen lässt. Im konkreten Falle Kep nach Kampot hatte ich eben keine Ahnung wie lange dieser alte und zugegeben sehr schäbige Bus denn nun brauchen wollen würde, geschweige denn was mich erwarten wird.
Kurzum: es ging erstaunlich schnell. eine halbe Stunde später finde ich mich ausserhalb vom Bus wieder, quasi rausgeworfen weil an der Endstation angekommen, an einem wenig einladenden großen Kreisverkehr und natürlich umringt von den gängigen Transportdienstleistern wieder. Bin ich wirklich da? Dieses verschlafene, kleine Nest am Flussufer, von dem einem gängige Reiseführer erzählen scheint dieser monströse Kreisverkehr hier kaum zu sein. Aber wie üblich: nicht vom ersten Eindruck leiten lassen hilft. Rucksack schultern und losgelaufen (habe heute ja schon Übung darin) entpuppt sich dieses Nest tatsächlich schnell als überschaubares, ruhiges und beinahe verschlafenes Dörfchen am Fluss. Gut, es ist zwar kein vergleich zu Rabbit Island, aber bei weitem auch keiner zu Phnom Penh. Vielleicht werde ich mich mit dem Ort hier noch anfreunden, aber zuerstmal steht eine FLucht vor dem Regen ins Guesthouse an. Eine Dusche und ne RUnde Mittagsschlaf kommt mir durchaus gelegen, und vielleicht sieht danach der Himmel wieder freundlicher aus.

149677_original

149926_original

to see a path or map at this place, JavaScript needs to be enabled.
Wie hat Dir dieser Eintrag gefallen?
Die Daten zu diesem Eintrag: