Sihanoukville: dismissed!

 

Augen auf beim Ticketkauf, heißt der allgemeingültigste Reiseratschlag schlechthin glaube ich. Zumindest sollte man schon vorab geklärt haben, für was das angebotene Ticket eigentlich gut ist und bei der Antwort „Minibus“ nochmal schwer abwägen, ob das an bestimmten Stellen der Erde wirklich eine gute Idee darstellt. Wer auch immer schonmal in Asien ausserhalb Thailands (die stellen da meistens, muss man schon fair eingestehen, eine angenehme Ausnahme dar) MiniBus gefahren ist, kennt dieses Clown-Auto-Phänomen: Alles beginnt mit einam alten, ausgemusterten MiniVan aus Korea, dessen Raumangebot schon für asiatische Körperproportionen eher spärlich ausfällt. Man presse in so einen MiniVan mindestens vier Touristen mehr als Sitzplätze vorhanden sind und fülle (oder stopfe…) mangels Kofferraum die verbleibenden Zwischenräume mit dem Gepäck fein säuberlich aus. Auf dem Dach werden kurz vor der Abfahrt noch unzählige Pakete und Kisten verschnürt, und wenn man als nichtsahnender Tourist denkt „okay, wir fahren. Mehr hätte jetzt auch wirklich nicht Platz gehabt!“, hält der Fahrer nochmal an, öffnet die Tür und es müssen nochmals zwei zusätzliche Personen inclusive Gepäck Platz finden. So nebenbei… dass die Klimaanlage das einzige an so einem Fahrzeug ist, das über die allgemeine Erwartung hinaus einwandfrei funktioniert und vermutlich die Passagiere einfrieren mag, damit die Fahrt so tiefgefrohen vielleicht nicht wahr genommen wird, versteht sich eben so von selbst, wie diese Fahrer mit Kamikaze-Grundausbildung die Schotterpisten gerne mal mit fünf-spurigen Autobahnen verwechselt.
Ja, ich sage bewusst man muss es abwägen, denn aktuell genieße ich das Chaos aus mir unerfindlichen Gründen und freue mich auf Kampot. Auch dort angekommen ging es mir gleich wieder ein ganzes Stück besser. Es ist so schön ruhig hier, Hektik und Stress sucht man vergeblich, bzw. würde man vergeblich suchen wenn man denn auch suchen würde…Kampot Zur allgemeinen Einstimmung setze ich mich in mein Lieblingscafe am Flussufer und schaue bei einem iced coffee einfach nur dem Wasser zu, wie es gaaaanz langsam den Fluss hinuntertreibt. Ja, es ist schön hier zu sein. Über eine Unterschlupf-Suche mache ich mir keine Gedanken, denn obwohl ich letztes mal eigentlich nur 24h hier war weiß ich schon ganz genau wo ich hin will, genauso wie ich eben schon ein Lieblingscafe habe. Es gibt etwas ausserhalb eine leicht versteckte Bungalow-Anlage, direkt am Flussufer, mit Sonnendeck, mitten im Grünen, da wo die Zeit noch viel langsamer verstreicht als in Kampot selbst. Man muss diesen Ort kennen, oder zumindest von ihm gehört haben, sonst wird man ihn wohl nie finden. Woher ich ihn kenne? Nunja, ich war schon mal da und habe selbst nicht daran geglaubt, dass hinter den Hunden am Ende der dunklen Strasse noch überhaupt irgendetwas zu finden wäre. KampotJa, eine kurze Begegnung auf Koh Tonsay hat mich letztes mal als Guesthouse-in-der-Stadt-Wohner hier am Abend her getrieben. Ich finde es immer wieder spannend, wie manchmal kurze Begegnungen, ein paar gewechselte Worte oder ein spontanes Bier am Abend, und sei es noch so banal, manchmal eine komplette Reise oder vielmehr deren Weg direkt oder indirekt neu gestalten können. Ich bin mir nicht sicher ob nochmal her gekommen wäre, hätte ich dieses wunderbare Sonnendeck nicht gekannt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich dieses Sonnendeck nicht gekannt hätte, wäre ich eines morgens beim Frühstück nicht über ein flüchtig bekanntes Gesicht gestolpert. Ich hätte dieses Gesicht nicht flüchtig gekannt, hätte ich nicht zufällig genau den einen Bus aus Phnom Penh genommen… Treiben lassen, so komplett ohne Plan und ohne Idee was am nächsten Tag passieren mag. Ich glaube dieses mal habe ich gelernt, wie es funktionieren kann, wenn man sich denn darauf einlässt.

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