Festivaltourismus

 

wie lange dauert so ein Reiseanfang eigentlich in der Regel? Ist es zu viel erwartet, am zweiten Tag schon so richtig drin zu sein? Ich mein… okay, ich bin jetzt nicht morgens ueberrascht aufgewacht und wusste nicht wo ich mich befinde, von so einer Dimension rede ich hier gerade nicht. Dennoch, die „was trieb mich hier her“, „was hällt mich hier“ und „was sollte ich denn mit der Zeit hier tun“-Fragen wirken noch leicht verstörend auf mich. Mag auch sein, dass es an der Stadt liegt. Einerseits bin ich das ertse mal in Budapest. Andererseits war ich aber auch schon zwei mal hier. Wenn auch zwei mal je eine Woche Festival auf einer Donauinsel geographisch sehr wohl in Budapest lagen, kulturell gesehen birgt das aber im schlimmsten Fall die Gefahr, „Budapest“ falsch zu definieren. Oder mit nichts zu definieren. Ein Ort, an dem man schon war, den man im Kopf von der imaginären Landkarte schon so beinhae abgehakt und gestrichen hat, zu dem aber nichts ausser wissenslücken und Erfahrungsmangel bestehen. Eine komische Kombination, die man nur schwer mit Worten erklären kann. Allerdings meinte es das Wetter heute gut mit uns, und so ein klein wenig Motivation zusammengekratzt kann man schonmal eine kleine Wanderung auf einen Hügel mit einer Festung starten, um Japaner und Russen beim „Urlaubsverhalten“ zu beobachten. Vielleicht kann man sich ja dabei was abschauen.
Erste Erkentniss dieser Exkursion: den Berg hoch laufen war schon völlig falsch. Reisebus wäre das Reisemittel erste Wahl gewesen, alternativ auf Rang zwei einer der „Hop on Hop off Citytour“-Busse. Zweite Erkentniss: Souvenirbuden leerkaufen liegt voll im Trend, und ich fühle mich so ganz ohne kitschigen Kühlschrankmagnet schon beinahe als Assenseiter, rechtfertige meine Entscheidung aber mit der Vernunft und dem viel zu weiten Transportweg nach Hause. wpid-G0090283.JPG Allerdings bei einem konnte ich bedenkenlos mitmachen und meine neue Touristenidentität üben: in die Reihe am Geländer stellen und Fotos von Budapest und der Donau schiessen. Check. Okay, die Quote ist noch nicht allzu gut, aber hey… jeder fängt mal klein an, und beim nächsten mal schaffe ich es vielleicht auch wie die japanischen Vorbilder reihenweise Fotos von mir vor irgendwelchen Steinformationen machen zu lassen, bei denen sich keiner so sicher ist ob das nun Zufall, historisches Monument oder einfach nur längerfristig angelegtes Zwischenlager für Baumaterial darstellt. Ist bei Burgruinen ja auch gar nicht immer so einfach zu unterscheiden.

Ein wenig spezieller war dann schon mein zweites touristisches Ziel, und so wirklich wem nacheifern konnte ich dabei niemandem mehr, denn ausser Ungarn war nun doch niemand in diesem Park anzutreffen. Ich wollte nun aber doch einfach mal wissen, wie diese Insel so ganz ohne Festival aussieht. Und ja, wenn man auf den Fotos nun nicht mit ein wenig Fantasie Wilkommensschilder, Imbissbuden, Festivalbühnen und vieleviele Leute erkennen kann, vielleicht weil man noch nicht auf dem ensprechenden Festival war, dann wird man sich schwer tun diesen Ausflug von mir zu verstehen. Trotzdem ist es ein schöner Park. Und der Ausflug zum Auchan ums Eck war natürlich obligatorisch.

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Achja, nach ein wenig Verwirrung um die Beschaffung und die Gültigkeit von Einzelfahrt-Tickets der städtischen Nahverkehrsbetriebe war heute das Reisebudget auf drei Kaffee begrenzt. Ob das die sinnvollere Investition war? Ich denke schon. Touristenbildung ist eben auch nicht ganz umsonst.

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