Silvestervorbereitungen

 

schon wieder Moskau? war das nicht der Ort, der beim letzten Mal nicht gerade als Urlaubs-Traumziel glänzen konnte? Doch, war er. Und dennoch bin ich jetzt wieder hier, aber dieses mal mit ganz anderen Rahmenbedingungen:
Es ist der Tag vor Silvester, dem superwichtigen und hochheiligen Familien-Feiertag im russischen Teil der Welt. Außerdem ist nun auch offiziell Winter, es wartet nicht förmlich jeder auf Frühling, und dementsprechend ist meine Ausrüstung (wenn auch bei weitem nicht ideal) ein wenig angepasster. Und mal ehrlich: ein paar Tage Moskau mit Schnee, Kitsch, Feiertagen, bunten Lichtern, viel heißem Kaffee, nicht mehr alleine und aufgrund dem aktuell sensationellem günstigen Rubelkurs auch nicht mehr in Etagenbett eines Achtbett-Schlaafsaals sondern im flashpacking-gerechten Sterne-Bettchen.. das klingt dann gar nicht mehr so übel.

kurz vor Abflug in München am Flughafen: S7, Siberian Airlines

kurz vor Abflug… die Argumente fürs „daheim bleiben“ sind auch schon besser gewesen…

Ja, man kann dem ganzen sogar schon einen gewissen romantischen Charme abgewinnen, auch wenn das sonst noch nie ein relevantes Thema in meinen Reiseplanungen gewesen wäre, und Moskau schien somit ganz plötzlich gar nicht mal mehr so ungeeignet als Ziel für einen kleinen Ausflug über die Feiertage.

 

Eins jedoch ist mir ziemlich klar, vielleicht auch ein wenig klarer als es so manch für mich verständlichen, weil in deutscher Sprache geführten Unterhaltungen im Zug zwischen Moskaus Flughafen Domodedovo und der Innenstadt vermuten ließen: Es mag vielleicht die richtige Stadt und die richtige Zeit für einen kleinen Erholungsurlaub zu zweit darstellen (und selbst da bin ich mir zu dem Zeitpunkt noch nicht zu 100% sicher), aber eine riesige Party auf dem roten Platz mit tausenden Leuten, Countdownzählen und vielen Böllern sollte man wohl eher nicht erwarten.

die typischen Flugzeugfotos: Tragflächen, Wolken, Sonnenuntergang. Lässt sich nie so ganz vermeiden =)

die typischen Flugzeugfotos: Tragflächen, Wolken, Sonnenuntergang. Lässt sich nie so ganz vermeiden =)

Man braucht nur einen durchschnittlichen deutschen „Heiligabend“ mal als äquivalent hernehmen: an oberster Priorität steht für die meisten eben das leckere Essen mit der Familie und/oder Freunden. Bei manchen meinetwegen die Weihnachtsgala des Musikantenstadels, bei anderen eher das gemeinschaftliche „stille Nacht“ – Singen, je nach Alterskategorie mehr oder weniger Geschenke auspacken wohl bei allen. Und ja, es gibt sie: die anschließenden Weihnachtspartys in Clubs und Kneipen, auf denen man vorzüglich Experimente zur besseren Verdaulichkeitkeit von fettigem Weihnachtsessen durch die Zugabe von hochprozentiger Alkoholika durchführen kann. Und jaaa, das sind teilweise sehr tolle Partys. Dennoch steht niemand im Stadtzentrum und zählt mit einer Sektflasche in der Hand einen Countdown zur „Niederkunft Christie“ oder dergleichen. Ich denke während der Zugfahrt ein wenig amüsiert an mein letztes Silvester in Bischkek zurück und bin mir bei meinen Überlegungen immer unsicherer, was ich denn nun wirklich von diesem Moskau so erwarten soll. Nein, ich habe keinen Grund zur Sorge. Ich bin wohl behalten angekommen, man hat uns durch die Passkontrollen gelassen, es ist zwar gar widerlich kalt da draußen, Pläne gibt es wie immer keine, aber ein warmes Zimmer wartet schon auf uns. Ohne Mitbewohner, welch herrlicher Luxus!

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