im Monument der Bulgarisch-Sowjetischen Freundschaft

 

Nun, Burgas an sich ist ja schon irgendwie ganz nett, da kann man nichts dagegen sagen. Aber es gibt das etwas ganz in der Nähe, das ich mir, wenn ich schon ganz zufällig schon mal in der Gegend bin (ein ganz kleiner Teil Ironie ist hier durchaus beabsichtigt), dann doch auch noch aus der Nähe ansehen will.

 

Man beachte hier bitte: „aus der Nähe“, nicht „von innen“. Mehr hatte ich ja gar nicht vor als ich mich in Burgas auf die Suche nach einem Busbahnhof machte.

der fast schon postapokalyptisch wireknde westliche Busbahnhof in Burgas

der fast schon postapokalyptisch wireknde westliche Busbahnhof in Burgas

Der wohl wichtigste weil aus der Stadt einfach zu Fuß zu erreichende, eben der direkt neben dem normalen Bahnhof gelegene, der wird gerade renoviert und ist offensichtlich derzeit außer Betrieb, deswegen bemühe ich die freundliche Dame an der Rezeption meiner Bleibe. Nach ein paar Telefonaten scheint Sie sich relativ sicher: ich muss zum westlichen Busbahnhof, aber das sind ein paar Kilometer für die ich besser ein Taxi nehmen solle. Ein Taxi? Das wäre die Premiere seit dem Debakel in Belgrad, aber ich sehe kaum eine andere Möglichkeit als es mal wieder mit dem Vertrauen zu den lieben Transportdienstleistern in den gelben Autos zu versuchen. Hilft ja nix. Und manchmal trifft man dabei dann eben doch auch auf ehrliche Menschen, das muss ich hier doch explizit mal erwähnt haben. Natürlich bemüht sich mein Fahrer wieder um einen Smalltalk rund um Mercedes und Bundesliga, aber das geht bei dem ohnehin sehr limitierten gemeinsamen Wortschatz und der kurzen Fahrt durchaus in Ordnung. Ich frage mich manchmal, ob es überhaupt auffällt dass ich keine Ahnung von dem habe was ich da so von mir gebe, in der Regel kopiere ich einfach nur die Aussagen die ich im letzten Germanja-Bundesliga-Smalltalk so aufgeschnappt habe, nachplappern ist halt wie immer deutlich einfacher als wirklich Ahnung von dem zu haben was man da von sich gibt. Im Fall von Fußball habe ich da aber noch nicht mal ein schlechtes Gewissen.

 

Varna mit seiner Lage zwischen Goldstrand und Sonnenstrand ist zwar selbst nicht das direkte Ziel von internationalen Badeurlaubern, aber so ganz die ruhige bulgarische Kleinstadt ist es dann trotz allem nicht. Ein klein wenig Touristentrubel ist hier durchaus zu spüren, die englischen Übersichtspläne für die Stadtbusse und die schiere Anzahl an Wechselstuben sprechen da eine recht eindeutige Sprache. Noch immer kein sonderlich großes Interesse an der Stadt, lediglich ein monströses Monument und die Idee von ein wenig Ruhe im Hinterkopf suche ich mir ein eher außerhalb gelegenes Hotel. Nicht so weit laufen, das klingt gut. Ein Balkon klingt gar wunderbar. Dass mich ein englische Übersichtsplan für die Stadtbusse dorthin dirigiert? Nun,eine gut ausgebaute Tourismus-Infrastruktur hat nicht nur ihre Nachteile: perfekt!

Und so eigentlich, eigentlich wollte ich den Tag auf dem Balkon ausklingen lassen, die Aussicht über das Meer am Horizont genießen, vielleicht noch eine Kleinigkeit zu essen organisieren; kurzum: ein ganz simpel gestricktes Touristendasein führen, aber dann habe ich es das erste mal auf dem Hügel über Varna gesichtet:

 

das Monument der Bulgarisch-Sowjetischen Freundschaft

Monument der Bulgarisch-Sowjetischen Freundschaft in Warna (Varna)Monument of the bulgarian soviet friendship varna

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an der Küste des schwarzen Meeres, 110 Meter über dem Meeresspiegel und hoch über Varna selbst steht es: 23 Meter hoch und 48 Meter breit, gegossen aus 10.000 Tonnen Beton um 1.000 Tonnen Stahl in strengen Linien und harten Kanten.

 

Ein Monument, das dieser Bezeichnung alle Ehre macht.

 

Eine 15 Meter breite Treppe führt vom Fuß des Hügels in 305 Stufen bis hoch ans Monument selbst, genannt „die Treppe der Sieger“. Genau an dieser Stelle waren im russisch-türkischen Krieg zwischen 1828 und 1892 russische Truppen stationiert, 150 Jahre später (also 1978) wurde dieses Monument mit wohl nicht unerheblicher finanzieller Hilfe der UdSSR innerhalb von 7 Monaten errichtet und beherbergte neben einem Konferenzbereich auch eine Touristeninformation, einen Bücherladen (was der für Bücher verkaufte dürfte relativ klar sein) und einen Konferenzbereich der ganz gerne auch für lustige Parties der kommunistischen Führungsriege genutzt wurde.

 

Wirklich imposant dürfte das Monument allerdings in der Nacht gewesen sein: 180 Scheinwerfer haben es einst hell beleuchtet damit es vom schwarzen Meer schon über viele Kilometer sichtbar war, während über die rund um das Monument herum verteilten Lautsprecher der Hügel mit der siebten Sinfonie von Schostakowitsch beschallt wurde. Hier wäre die Sinfonie zum mal reinhören, und ich würde ja beinahe vorschlagen das nebenher mal eine Weile laufen zu lassen um die allgemeine Stimmung ein wenig besser hinzubekommen, aber ich glaube dazu ist das Stück doch ein wenig zu stressig.

 

der kurze Ausflug, „nur mal eben“ vorbei schauen…

Lautsprecher am Park Monument Varna

sie stehen sogar noch, die Lautsprecher für die allnächtliche Aufführung…

Soldaten am Monument Bulgarisch Sowjetischer Freundschaft in Warna Varna

vier kollosale Soldaten mit leerem Blick, schon alleine beeindruckend genug

das Monument Bulgarisch Sowjetischer Freundschaft in Warna Varna

streng, hart und unnachgiebig. Man muss es mögen, aber nach wie vor finde ich die bulgarischen Kommunisten hatten wahnsinnig gute Architekten…

das Monument Bulgarisch Sowjetischer Freundschaft in Warna Varna

… zumindest haben diese Architekten die mutmaßliche Anforderung sensationell gut umgesetzt: ,,Beeindrucken“. Vielleicht noch eine gesunde Portion ,,Einschüchtern“ obendrauf.

 

Es war ja irgendwie klar: Balkon ist ganz nett, die Aussicht mit Meer ganz schön und die Ruhe ganz angenehm. Halten kann mich das alles aber irgendwie nicht, also schnappe ich meinen Rucksack und breche doch nochmal auf, die 305 Stufen nach oben zu steigen.

 

1989, mit dem Fall der kommunistischen Partei wurde auch dieses Monument mehr oder minder sich selbst überlassen: die Eingänge zugemauert, alles von Wert geplündert und verscherbelt und was man noch brauchen konnte und transportfähig war mitgenommen. Eine ewige Flamme soll hier gebrannt haben, auf einem Kubus Bronze wie das Internet mir erzählt. Klar dass der ebenso wie die bronzenen Buchstaben der Parole auf dem Monument selbst oder andere Bonze-Inschriften am Fuße des Hügels fehlt. Altmetall lässt sich immer in Geld umwandeln, da lohnt es sich auch mal mit gröberem Werkzeug anzurücken.

 

Heute sind vor allem Jogger um das Monument herum zu sehen, die damals gepflanzten Bäume spenden heute angenehmen Schatten, die Wege um das Monument herum sind durchaus in einem guten Zustand und 305 Stufen am Stück sind ein offensichtlich sehr geschätztes Trainings-Feature dieser Anlage. Als ich das letzte Stück nach oben steige, rennen neben mir ein paar Typen die Stufen auf und ab, denen ich bei Nacht lieber nicht in dunklen Gassen begegnen würde. Sicherheitsdienstler, die gemeinsam trainieren, tippe ich. Ärger möchte ich mit denen aber trotzdem lieber keinen.

 

Das Stahlbeton-Konstrukt selbst scheint wenig Vandalismus erfahren zu haben, wenn man von den paar eher nichtssagenden und geschmacklosen Graffitis (warum lässt sich jemand, der so ein Monument verziert eigentlich nicht wenigstens was passendes einfallen?), den fehlenden Buchstaben und der fehlenden Eingangstür mal absieht. Ja, hier oben zwischen den beiden „Flügeln“ des Monuments scheint es einen Eingang gegeben zu haben. Die Türen fehlen und eigentlich wurde der irgendwann zugemauert. Dass zwischenzeitlich irgendwer mal ein kleines Loch da rein gehauen hat,sich manche Leute mal ins Innere verirrt und ein paar Fotos gemacht haben, das war mir wohl bewusst. Ich habe aber nicht im Ansatz mit dem gerechnet, was heute hier zu finden ist.

 

das Loch in der Wand.

der Einstieg das Monument Bulgarisch Sowjetischer Freundschaft in Warna Varna

mal ehrlich: ein Loch in der Dimension gilt doch eigentlich schon als Einladung!

 

Ehrlich, ich hatte damit gerechnet dass  die Info im Netz rund um das Einstiegsloch irgendeine Stelle in der Stadtverwaltung dazu gebracht hätte es wieder zu schließen. Immerhin steht dieses Monument mehr oder minder mitten in einer Stadt, ziemlich viele Leute treiben sich in dem umliegenden Park herum, so ein verlassenes Monument ist an vielen Stellen dunkel wie die finsterste Nacht und auch nicht unbedingt ganz ungefährlich. Zumindest in Deutschland wäre das Loch in der Wand längst doppelt so dick zugemauert, auf dass sich ja niemand den Knöchel bricht in der Dunkelheit und sich keine komischen Gestalten im Inneren herumtreiben mögen. Aber hey, auch wenn in meiner aktuellen Bleibe so ziemlich jeder inklusive der Rezeptionsdame fließend deutsch zu sprechen scheint: es ist immer noch Bulgarien, und ich muss im Bezug auf das riesige Loch das da in der Wand vor mir klafft sagen es ist gut so.

 

Kurz die Taschenlampe aus dem Rucksack gekramt, darauf geachtet dass die mutmaßlich zu eher wenig Späßen aufgelegten Herren gerade die Treppe mit dem Gesicht von mir abgewandt nach unten rennen, und schon stand ich auf der anderen Seite des Loches in der Wand. Irgendwo da oben im Monument höre ich Schritte und ein paar leis Stimmen, aber irgendwie bin ich davon überzeugt, dass ich mir darum keine Gedanken machen muss und steige die Treppe nach oben.

 

im Inneren des eigentlichen Monumentes

im Inneren des Monument Bulgarisch Sowjetischer Freundschaft in Warna Varna

einer der vielen verwinkelten Räume im inneren des Monuments

die Aussicht vom Monument Bulgarisch Sowjetischer Freundschaft in Warna Varna

die Aussicht aus einem de schmalen Fenster über Varna

dreidimensionaler Stern im  Monument Bulgarisch Sowjetischer Freundschaft in Warna Varna

der irgendwie offensichtlich wichtigste Raum des Monuments samt riesigem in die Wand eingelassenen Stern

auf der Freifläche auf dem Monument Bulgarisch Sowjetischer Freundschaft in Warna Varna

auf der ,,Dachterrasse“ des Monuments

 

Im Internet kursieren Gerüche um einen komischen Kauz, der hier drin wohnen soll. Ein Obdachloser der absonderliche Souvenirs sammelt und den noch keiner gesehen hat.

 

Dass der hier drin allerdings nicht mehr zu finden sein wird, das ist völlig klar als ich versuche mich in den verwinkelten Gängen und teilweise stockdunklen, manchmal auch durch schmale Fenster spärlich beleuchtete Räume zu Orientieren. Hier drin hat jemand mächtig aufgeräumt, den herumliegenden Schutt entsorgt und zu irgendeinem Zeitpunkt offensichtlich sogar mal herausgefegt. Taubenkot liegt in den Gängen verteilt, dessen Geruch sich mit dem von Gras vermischt. Etliche Jugendliche schleichen sich zielstrebig mithilfe des Lichtes ihrer Mobiltelefone durch das Gewirr an Gängen und Treppen, die wenigsten davon sind irgendwie überrascht von meiner Anwesenheit oder kümmern sich irgendwie um mich.

 

Der offensichtlich als zentrales Element entworfene Raum hinter den vier Soldaten, ein beeindruckender Raum in den von oben durch schmale Schächte effektvoll ein wenig Tageslicht dringt, während an der Frontseite ein dreidimensionaler Stern tief in die Wand geformt wurde, groß genug um aufrecht darin stehen zu können und tief genug um sich auch mit Rucksack bequem darin umzudrehen, scheint heue dem Geruch nach das perfekte Versteck und/oder die richtige Kulisse für den heimlichen Joint zwischendurch zu sein. Welch Ironie, wenn das die kommunistische Partei damals auch nur erahnt hätte… mir gefällt es =).

 

Irgendwann finde auch ich den Weg durch das Gewirr nach oben auf eine freie Fläche über dem linken „Flügel“ des Monuments. Eine beeindruckende Aussicht erwartet mich hier, die ich mit einer Horde Jugendlicher teile. So langsam verstehe ich, warum sich die wirklich hier herumtreiben: ein ruhiger und abgeschiedener Platz in der Sonne, ein wenig Aussicht und (bis auf den ein oder anderen komischen Touristen mit einer Taschenlampe in der Hand) unter sich sein. Irgendwie eine ziemlich sinnvolle Funktion für einen Klotz aus Stahlbeton, um den sich sonst keiner so sonderlich kümmern zu scheint.

 

Da ich nun doch in das ein oder andere leicht verunsicherte Gesicht schaue, beschließe ich mich mit der „asiatischen Touristentaktik“ aus dem Staub zu machen: freundlich grinsen, alle grüßen, ein paar Fotos von der Umgebung machen und ohne weiter jemand zu beachten wieder gehen. Sollen sie ruhig da oben ungestört zusammen sitzen.

 

nach unten!

im Inneren des Monuments Bulgarisch Sowjetischer Freundschaft in Warna Varna

eine beinahe unscheinbare Treppe führt ein gutes Stück nach unten in den Sockel des Monuments

und eine offene Tür führt direkt ins Freie. Wenn ich das mal gewusst hätte...

und eine offene Tür führt direkt ins Freie. Wenn ich das mal gewusst hätte…

 

So kurz die Logik bemüht, war ich mir aber sicher dass das nicht alles gewesen sein kann. Bücherladen, Touristeninformation und Konferenzräume? Auch wenn (wie ich zwischenzeitlich herausgefunden habe) so mancher behauptet, dass zumindest ein Konferenzraum oben im Monument zu finden war muss ich sagen: glaub ich nicht. Hochrangige Anzugträger der kommunistischen Partei hätten sich nie in diesen verwinkelten und engen Räumen getroffen. Vielleicht war der Bücherladen irgendwo dazwischen, vielleicht spielte der Raum mit dem Stern noch eine gewisse Rolle, ich könnte mir hier Vorträge oder Pressekonferenzen vorstellen die besonders viel beeindruckende Atmosphäre benötigt haben, aber der Rest muss irgendwo anders zu finden sein. Da es höher nicht mehr ging, hielt ich also Ausschau nach Treppen die tiefer führten, irgendwo in den Sockel des Monuments, und wurde ein einem relativ unscheinbaren Raum fündig.

 

Am Ende der dunklen Treppe war ich dann doch ein wenig überrascht: mir kam reichlich viel Tageslicht entgegen! Der Grund dafür war eine Ecke weiter relativ einfach zu identifizieren: Eine weit offen stehende Türe ins Freie, an der Rückseite des Monuments kurz unterhalb der eigentlichen Plattform. Also ehrlich… so viele Einladungen, das kann doch kaum ein Zufall sein!

 

und noch tiefer…

das Monument Bulgarisch Sowjetischer Freundschaft in Warna Varna

ein gewaltiges Treppenhaus, das unter den Stufen im Freien immer weiter nach unten führt…

das Monument Bulgarisch Sowjetischer Freundschaft in Warna Varna

und am Ende: eine ziemlich gut verschlossene Gittertür. Was da wohl dahinter liegt?

das Monument Bulgarisch Sowjetischer Freundschaft in Warna Varna

ist dieser Technikschacht vielleicht ein Weg an der Tür vorbei?

das Monument Bulgarisch Sowjetischer Freundschaft in Warna Varna

Glaswolle, überall Glaswolle… und kein Ende in Sicht.

 

Rund um diese offene Tür im Sockel des Monuments finden sich ein paar Räume, denen ich nun durchaus die ehemalige Funktion „Bücherladen“ und „Touristeninformation“ zutrauen könnte und bin soweit eigentlich ganz zufrieden mit meiner Logik. Fehlt nur noch dieses Konferenzzentrum, oder ein Konferenzraum, so sonderlich sicher was es denn genau sein soll bin weder ich noch das Internet, aber irgendwas muss es da noch geben, und auf der Suche danach stoße ich auf eine weitere Treppe.

 

Trifft „Treppe“ denn überhaupt so richtig zu? Ich bin mir nicht sicher. Rampe plus Treppe vielleicht, für was das auch immer mal gut gewesen sein soll. Über mir höre ich Schritte und Leute reden, während durch kleine Öffnungen knapp unter der Decke ein wenig Tageslicht in diesen Tunnel scheint. Keine Frage, dieses Konstrukt befindet sich direkt unter der Treppe die im Freien nach oben zum Monument führt.

 

nach einer ganz beachtlichen Länge endet die Treppe allerdings an einer ziemlich gut verschlossenen Tür. Hier hat jemand ganze Arbeit geleistet, nicht ein einziger Spalt würde einen Blick dahinter erlauben, nur ein paar Strahlen Tageslicht lassen sich erkennen. Tageslicht, das ist schon mal gut. Gerüchteweise habe ich von einem Bunker in dem Hügel gelesen, die Option schließe ich dank Tageslicht aber erst mal aus und sehe mich ein wenig um.

 

Eine kleine Öffnung im Boden gerade groß genug um sich hindurch zu zwängen macht mich irgendwie aufmerksam. Sie scheint in einen Technikschacht zu führen… wo der wohl endet? Ich kann nicht so recht widerstehen, lege den Rucksack beiseite, zwänge mich durch das Loch und robbe ein Stück durch den Schacht. Den Rucksack ziehe ich mit der rechten Hand hinter mir her, die Tachenlampe im Mund zeigt mir den Weg und mit der linken Hand voraus krieche ich um ein Eck, nur um zu erkennen: der Schacht ist ziemlich lang, und irgendein Spaßvogel hat zusätzlich du der ganzen Glaswolle durch die ich gerade gekrochen bin noch ein paar  Hindernisse eingebaut. Welch grandiose Idee.

 

der Konferenzbereich

Treppe zum Monument Bulgarisch Sowjetischer Freundschaft in Warna Varna

eine Plattform, geschätzt ziemlich genau an der Stelle der Tür die ,,einen Stock tiefer“ liegt

das Monument Bulgarisch Sowjetischer Freundschaft in Warna Varna

einmal einen kleinen Bogen und diese Plattform von der Seite betrachtet, gibt das irgendwie Sinn mit dem Konferenzbereich

das Monument Bulgarisch Sowjetischer Freundschaft in Warna Varna

nur ein Lagerort für irgendwelchen Unrat. Super!

das Monument Bulgarisch Sowjetischer Freundschaft in Warna Varna

ein Blick durchs Fenster verrät aber schnell: die Glaswolle durch den Schacht hätte sich nicht gelohnt.

 

an der Stelle beschließe ich umzudrehen und mir das ganze mal nochmal von außen genauer anzusehen. Hätte ich das mal besser früher getan!

 

Ganz klar, die Plattform irgendwo ein gefühltes Drittel der Treppe vom Monument den Hügel hinab, das ist die Decke zu dem was im Inneren durch die Tür so gut abgesperrt wurde. Man kann ganz bequem auf einer Straße die sogar per Auto befahrbar ist die Plattform sogar von der Seite erreichen… macht irgendwie Sinn für einen Konferenzbereich. Mehr Sinn als etwas, was nur zu Fuß am Ende einer ziemlich langen Treppe im Freien zu erreichen ist.

 

Nun, ein kurzer Blick durch die vergitterten Fenster reicht eigentlich aus um zu erkennen dass ein Bad in Glaswolle in irgendeinem engen Technikschacht absolut nicht gerechtfertigt ist, um in dieses Lager voller alter Reifen und sonstigem Unrat zu gelangen. Ja, hinterher ist man immer schlauer…

 

nun, so ganz zufrieden bin ich trotzdem nicht…

Auch wenn das nun alles wesentlich mehr Sinn ergibt als zuvor, so ganz zufrieden bin ich trotzdem noch nicht. Mit der neuen Erkenntnis um die „Doppeltreppen“ und einem wachsamen Auge entdecke ich auf ein paar Runden in unterschiedlichen Höhen um den Hügel herum noch andere verdächtige Eigenheiten, die mich noch nicht so recht in Ruhe lassen:

 

die Treppe, ein gutes Stück unterhalb der ,,Konferenzbereichs-Plattform''

die Treppe, ein gutes Stück unterhalb der ,,Konferenzbereichs-Plattform“

 

Auch unterhalb der Plattform, die ich einfach mal als Konferenzbereich bezeichne ist die Treppe noch deutlich höher als das umliegende Gelände. Theoretisch könnte also auch hier drunter eine weitere Treppe versteckt sein, die vom Konferenzbereich noch weiter nach unten führt…


die versteckte Tür mit der ominösen Aufschrift

die versteckte Tür mit der ominösen Aufschrift

 

weiter unten am Hügel, eher seitlich gelegen findet sich eine reichlich ominöse Stahltür, an sich gut verschlossen aber irgendwer hat sich offensichtlich darunter „durchgegraben“ (durch den Stahlbeton…) und sogar eine kleine „Rutsche“ hinterlassen. Ist das etwa der ominöse Bunker, von dem gemunkelt wird dass er in diesem Hügel liegt?


Schächte... überall komische Schächte!

Schächte… überall komische Schächte!

 

diese Schächte die im Park immer mal wieder zu sehen sind, die schreien eigentlich förmlich danach dass man da mal rein kriechen sollte. So ganz zufällig sind die hier sicherlich nicht, und nach Abwasserkanalisation sieht es beim besten Willen auch nicht aus…

 

Schluss für heute.

Eigentlich wollte ich ja nur mal eben einen kurzen Spaziergang unternehmen, die Treppe den Hügel hoch steigen, die Aussicht genießen und dann zurück auf meinen Balkon sitzen. Stattdessen schleiche ich gerade durch die Büsche am Fuß des Hügels, Nacken und Unterarme schrecklich juckend und kratzend wegen dieser elendigen Glaswolle, eingedreckt von oben bis unten und völlig durchgeschwitzt. Ich bin eingeladen worden, habe die Einladung angenommen und muss jetzt nicht noch zusätzlich diese Einladung kreativ erweitern und auf andere Ecken des Hügels ausweiten. Morgen vielleicht, aber für heute gehe ich erst mal ausgiebig duschen und dann wirklich auf den Balkon sitzen.

 

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