ist es ein Stimmungstief oder doch nur Erholungsbedarf?

 

Es ist irgendwie schon komisch: Ab dem Moment in dem  ich Bukarest erreicht hatte sank meine Motivation etwas zu schreiben kontinuierlich, solange bis ich nicht mal mehr auch nur im Ansatz irgendetwas über meine Zeit hier vermelden wollte und erstmal mit völliger Blog-Abstinenz geglänzt habe. Aber nicht nur das, irgendwie war plötzlich die Luft raus, es fühlte sich an wie wenn auf voller Reisegeschwindigkeit irgendwer einen riesigen Anker über Bord wirft und das Urlaubsgefühl mitsamt all seinen Rand- und Begleiterscheinungen (wie eben das Schreiben) schlagartig stehen bleibt.

 

Beinahe mag ich irgendwie umdrehen, suchen wo ich die Motivation und den Antrieb verloren habe, aber irgendwie ist das dann doch auch mühselig: das Bett zu bequem, der Kaffee ums Eck zu lecker und überhaupt… es ist doch Urlaub, da muss man nichts tun!

Es liegt sicherlich nicht an Bukarest selbst, auch wenn eine große Stadt mit ihren ganzen Bequemlichkeiten im Grundsatz diese „Pause“ erst möglich macht. Irgendwo im hinterletzten verlassenen Bulgarischen Bergdorf klappt das mit dem Faulenzen und dem Motivationsverlust schon deswegen nicht so gut, weil einen irgendwie doch immer der Drang nach Bleibe, Dusche und Abendessen irgendwie auf Achse halten…

Bukarest liefert gerade einfach alles an Bequemlichkeit was woanders vielleicht „gefehlt“ haben mag: ein bequemes Bett, den Supermarkt ums Eck, die U-Bahn und genug Cafes um den Koffein-Level aufrecht zu erhalten. Ob das was positives ist? Nun, Bulgarien hat irgendwie schon Energie gekostet (kann sein ich habe die Erkenntnis schon einmal gehabt habe, diese erfolgreich verdrängt wurde und mich jetzt ein wenig wiederhole), aber dieses beinahe spannungsbefreite und ereignislose vor sich hin existieren in dieser Großstadt hier mach mich halt irgendwie doch auch nicht glücklich. Ich muss wohl für mich wohl den Begriff „Urlaub“ mal wieder neu definieren. Erholung spielt zwar eine Rolle, aber nicht in Form von Dauerentspannung. Es ist etwas anderes, das mich auf Reisen antreibt. Etwas, das ich gerade nicht so wirklich finden kann…

 

Abenteuer und Entdeckungen, das wird hier für mich einfach irgendwie nichts. Zu abgedroschen und organisiert wirkt hier alles. Über die ganzen Flyer und Plakate überall die mitteleuropäischen und nordamerikanischen Touristen das große Abenteuer nach dem Motto „entdecke Transsilvanien, die düsteren Geheimnisse rund um Vampire und  dunklen Katakomben Draculas [in einem geführten (Tages-)Ausflug per Bus, immer schön dem Fähnchen hinterherrennend]“  versprechen kann ich auch nur müde lächeln. Es ist wohl an der Zeit wieder aufzubrechen, und da Rumänien es sich mit dieser fürchterlichen Dracula-Marketing-Maschine gerade ein wenig versaut hat steht nun wieder ein ganz anderes Eck auf dem Plan:

einfach weg hier, mal wieder per Nachtzug, denn das funktioniert meistens um das Reisegefühl zurück zu holen und vermeintlich völlig „unentspannt“ aber glücklich in einem fremden Land anzukommen.

Ich freu mich schon…

 

 

 

 

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