und noch eine Runde Müßiggang: dieses Mal in Wien

 

Ob ich den „Urlaub“ inzwischen gefunden hab, ich weiß es nicht. Ganz sicher allerdings habe ich den Weg zum flashpacking wieder entdeckt, und aktuell irgendwie meinen regen Spaß daran. Nach zwei Tagen Bratislava folgten knapp zwei Tage Wien, so beinahe nach dem gleichen Prinzip: Sightseeing betreiben (wobei selbst dazu bin ich gerade fast zu bequem), essen und Chinesen belächeln/bewundern und in einem schnieke Hotel nächtigen. Ich bin so derart in meiner neu (oder „wieder“?) entdeckten Art zu reisen aufgegangen, dass ich nebenbei sogar fast vergessen habe, Fotos zu machen. In Summe ziemlich unglaubliche Umstände irgendwie.

 

Bedeutet das ich mein Blog-Format neu überdenken? Mich vielleicht einreihen zwischen all diesen „Travel-Bloggern“, die hauptsächlich Hotelkritiken verfassen, Fotos von Hotel, ihrem Essen und dem Kaffee zwischendurch (mit weit aufgerissener Blende fotografiert versteht sich, für den schönen ich-habe-einen-unscharfen-Hintergrund-Effekt) ihrer Städtetrips posten? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht, denn ab heute bin ich nun wieder alleine unterwegs. Ich sitze am Bahnhof, eine spontan gekaufte Zugfahrkarte nach Ostrava in der Tasche, weil die Auswahl an Reisezielen der österreichischen Fahrkartenautomaten nach Betätigen der Taste „internationale Tickets“ doch ziemlich überschaubar und deren  personenbesetzte Fahrkartenschalter hatten mir zu immense Warteschlangen.
Zugegeben, mich hat das ziemlich überrascht, dachte ich doch immer Wien sei die inoffizielle Hauptstadt Osteuropas, bzw. alle Wege nach Osteuropa würden durch Wien durch führen (bis auf ein paar Ausnahmen über München, die quasi Vize-Hauptstadt). Offensichtlich gilt das nicht für Zugreisen, und danach Bus zu fahren ist es mir gerade eindeutig nicht.
Kurzum: Schalter blöd, Bus blöd, bleibt Ticketautomat: „internationale Tickets“ – (Polen existiert erst gar nicht) „Tschechien“ – EhneMeneMuh „Ostrava“ – „kaufen bitte“ – fertig. Der Rest wird sich dann schon dort ergeben, irgendwie.

 

Während ich nun also warte, mir dabei die Lebensgeschichte manch komischer Gestalten von vor dem Bahnhof anhören muss (was mir der Slowene mit dem Hakenkreuz-Tattoo auf dem Oberarm genau ins Ohr brabbelt und schluchzt konnte ich zwar noch nicht vollständig deuten, suche aber auch verzweifelt eher weiten Abstand zu dem) und einen Kaffee nach dem anderen trinke (pure Langeweile, muss immerhin über vier Stunden überbrücken), gebe ich mich dezent der Hoffnung hin dass das flashpacking nun wieder ein Ende hat. Bequem ist es ja, aber auf Dauer nicht gesund für die Reisekasse und tendenziell eher kontraproduktiv fürs Abenteuergefühl, so schön es doch manchmal trotzdem sein mag. Ich werde sehen. Ich bin gespannt.

 

Wien am Wasser

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